Hilfe für den Laubfrosch – Bronchicum fördert neues Biotop

Neue Teiche für den Laubfrosch im Naturerlebnisraum Handeloh im nördlichen Niedersachsen

Der einzige heimische Frosch, der mit seinen Saugnäpfen an den Fingerspitzen auf Bäume klettern kann, ist der Laubfrosch (Hyla arborea). Sehr kompliziert ist zum Teil seine Fortpflanzung, da er zumeist mehrere Gewässer benötigt um zu balzen und zu laichen. Wichtig an diesen Gewässern ist immer, daß sie fischfrei sind, da sonst die Larven und Eier von den Fischen gefressen werden. Am besten erreicht man die „Fischfreiheit“, wenn das Gewässer im Winter durchfriert und damit Fische keine Überlebenschance haben.

Im Naturerlebnisraum Handeloh hat nun das Naturkundliche Museum Handeloh durch die Unterstützung von Bronchicum und der Stiftung Unternehmen Wald einen Teichkomplex mit unterschiedlichen Uferlinien, Gewässerstandshöhen und vielfältig gestaltetem Untergrund angelegt. Hier soll in Zukunft der Laubfrosch einen neuen Lebensraum erhalten, zumal die nächsten Vorkommen in rund einem Kilometer Entfernung vorhanden sind und eine natürliche Besiedlung zu erwarten ist.
Aber nicht nur dem Laubfrosch dient so eine Naturschutzmaßnahme. So werden auch andere Amphibienarten wie z.B. die Knoblauchkröte, die wie der Laubfrosch durch die FFH Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat = EU Richtlinie) streng geschützt ist, und Grün- und Braunfrösche sowie Kamm- (ebenfalls FFH RL) und Teichmolch diese neuen Lebensräume annehmen.
Auch für den botanischen Sektor bieten sich hier entsprechende Entwicklungschancen. So sind Zwergbinsengesellschaften und zahlreiche seltene, teils vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten hier zu erwarten. Auf einer seit einigen Jahren bereits vorhandenen kleinen Probefläche hatten sich bereits drei „Rote Liste“ Arten eingefunden, wie das Niedersächsische Landesamt für Naturschutz festgestellt hatte.
Der Leiter des Naturkundlichen Museums und Schulungsstätte, Dr. Klaus Hamann, stellte fest: „ Mit dieser Anlage schaffen wir nicht nur neue Lebensräume, sondern wir schaffen auch eine Studienfläche im Rahmen von „Naturerleben“ und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung im Rahmen von Diplom-, Master- und Bachelorarbeiten.“

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