Funktionen des Waldes

Der Wald ist wichtig. Nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Tiere und Pflanzen. Der Wald erfüllt viele Funktionen, von denen wir Menschen in vielerlei Hinsicht profitieren. Entsprechend sollten wir unsere Wälder auch behandeln – pfleglich und nachhaltig. Je mehr wir über den Wald wissen, umso eher werden wir verstehen, dass wir Wald erhalten und nicht vernichten sollten. In Deutschland sind wir in der glücklichen Lage, dass jedes Jahr durch Erstaufforstungen neue Waldflächen entstehen und das der bestehende Wald durch die Forstwirtschaft nachhaltig genutzt wird. Es wird also nicht mehr Holz entnommen als nachwächst. So sind die vielfältigen Funktionen des Waldes auf Dauer für alle zu erhalten.

Wald produziert Sauerstoff

Bäume produzieren als „Abfallstoff“ bei der Photosynthese Sauerstoff. Ein Teil des Sauerstoffs wird allerdings nachts bei der Atmung vom Baum wieder verbraucht. Dennoch produziert der Baum mehr als Sauerstoff als er selbst zum Leben benötigt.
Beispiel: Eine etwa 100 Jahre alte Buche produziert jedes Jahr 4.600 Kilogramm Sauerstoff. Davon kann ein Erwachsener mehr als 13 Jahre lang atmen.

Wald ist Lebensraum

Buchenurwald - B.Mittermeier

Der Wald ist Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Von allen Landlebensraumtypen beherbergt der Wald die meisten Arten. Rund 4.300 Pflanzen und Pilzarten und mehr als 6.700 Tierarten leben in unseren mitteleuropäischen Buchenwäldern. Zum Vergleich: In den tropischen Regenwälder leben rund 200.000 Pflanzen und viele Millionen Tierarten!

Nutzfunktion

Wälderhaus Hamburg - Holz ein nachhaltiger Rohstoff

Holz ist ein vielseitiger und CO2-neutraler Rohstoff, der bei einer nachhaltigen Nutzung unbegrenzt zur Verfügung steht. In Deutschland werden jedes Jahr ca. 60 Mio. Festmeter (Kubikmeter) eingeschlagen. Das ist weniger als nachwächst. Weitere Produkte des Waldes sind Beeren, Pilze, Kräuter und Wildfleisch, die aber wirtschaftlich nicht ins Gewicht fallen.

Erholungsfunktion

Erholungswald

Der Wald wird von den Erholungssuchenden am stärksten als ursprüngliche Natur empfunden. Er bietet Ruhe, Entspannung und ein günstiges Erholungsklima. Die Waldluft ist nachweislich gesund, daher gehen viele Menschen “Waldbaden”. Aber auch für sportliche Aktivitäten wird der Wald in verstärkten Maße aufgesucht.

Die Schutzfunktionen des Waldes

Je nach Standort (im Gebirge, am Fluss, am Hang, in der Stadt) übernehmen Wälder Schutzfunktionen, die nicht nur für den Menschen sondern auch für Flora und Fauna von größter Wichtigkeit sind.

Bodenschutz

Wald verhindert den Bodenabtrag durch Wasser und Wind. Die starke Durchwurzelung des Waldbodens verhindert in Hanglagen Steinschlag und Bodenrutschungen. Alle Wälder in Steillagen erfüllen daher Bodenschutzfunktion.

Lawinenschutz

Der Lawinenschutzwald ist eine besondere Form des Bodenschutzwaldes. Er kann die Entstehung von Lawinen und Muren verhindern oder kleinere Lawinen bremsen.

Temperaturausgleich

Der Wald gleicht Temperaturschwankungen aus, erhöht die Luftfeuchtigkeit und steigert die Taubildung. Durch die geringere Sonneneinstrahlung und höhere Luftfeuchte im Wald, sind die Lufttemperaturen im Sommer dort meistens niedriger als im freien Land. Es können Unterschiede von 3° bis 6°C gegenüber dem Freiland und 4° bis 8°C gegenüber von Städten eintreten. Große zusammenhängende Waldflächen in der Nähe von Städten bewirken infloge der Temperaturunterschiede einen ständigen Luftaustausch. Dadurch gelangt reine und qualitativ bessere Luft in die Stadt.

Immissionsschutz

Der Wald filtert (Fein-)Staub und Gase aus der Luft. Die Filterwirkung von Wäldern ist abhängig von der Blattoberfläche. So kann 1 Hektar (100 x 100 m) Fichtenwald 420 kg Schmutzpartikel ausfiltern; ein im Winter kahler Buchenwald gleicher Größe jedoch nur 240 kg Schmutzpartikel. Gase können hauptsächlich dann aufgenommen werden, wenn die Baumkronen feucht sind und sich die Gase im Regenwasser lösen können (Saurer Regen). Pro Hektar filtern unsere Wälder jährlich bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub aus der Atmosphäre.

Wasserschutz + Grundwasserbildung

Wald leistet einen erheblichen Beitrag zum Wasserhaushalt. Der Waldboden speichert große Mengen von Wasser und verhindert dadurch den Oberflächenabfluss. Ist seine Speicherfähigkeit erschöpft, so fließt das Wasser, durch den Boden gefiltert, ab und erhöht das erfassbare Grundwasserangebot.
Ein Quadratmeter Waldboden speichert bis zu 200 Liter Wasser. Schmelz- und Regenwasser versickern langsam und werden durch die gute Filterleistung des Bodens zu sauberem Grundwasser, das zum Trinken meist nicht mehr aufbereitet werden muss. Das Wurzelgeflecht der Bäume hält den wertvollen Boden fest und leistet vor allem in Hanglagen einen wichtigen Beitrag zum Erosionsschutz.

Die Trink- bzw. Grundwasseranreicherung ist unter Laubwäldern höher als unter Nadelwäldern.

Die Verdunstung ist bei Fichtenmonokulturen im Kronen- und Bodenbereich höher als im Buchenwald. Ein Beispiel zeigt die Unterschiede:

Fichtenmonokultur mit jährlichem Niederschlag: 920 mm

  • 305 mm bzw. 33% tragen zur Grundwasserneubildung bei
  • 312 mm bzw. 34% verdunsten
  • 303 mm bzw 33 % verbrauchen die Pflanzen

Buchenbestand mit jährlichem Niederschlag: 930 m m

  • 430 mm bzw. 47 % tragen zur Grundwasserneubildung bei
  • 166 mm bzw. 18 % verdunsten
  • 324 mm bzw. 35 % verbrauchen die Pflanzen

Buchenwälder sind somit „Trinkwasserwälder“. (Quelle: Deutscher Forstwirtschaftsrat