Waldzustandsbericht 2025 Deutschland

Der Wald leidet noch immer.

Leichte Erholung gegenüber Vorjahr nur bei Fichte und Buche.

Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025

Die aktuelle Waldzustandserhebung 2025 zeigt ein gemischtes Bild: Dank der vergleichsweise günstigeren Witterung der vergangenen Jahre erholen sich viele Hauptbaumarten in Deutschlands Wäldern langsam. Besonders Fichte und Buche zeigen leichte Verbesserungen. Eiche und Kiefer hingegen bleiben weiterhin stark geschädigt.

Gleichzeitig bestätigt sich ein besorgniserregender Langzeittrend: Die Folgen des Klimawandels wirken nachhaltig auf unsere Wälder. Das Niveau der Waldgesundheit aus der Zeit vor den Dürrejahren 2018 bis 2020 scheint vorerst nicht mehr erreichbar.

Trotz höherer Niederschläge – insbesondere im Juli 2025 – ist der Zustand vieler Bäume weiterhin kritisch. Anhaltende Trockenperioden, Hitzewellen und zunehmender Insektenbefall setzen den Wäldern massiv zu. Besonders betroffen bleibt die Eiche.


Unsere Wälder brauchen langfristige Unterstützung: klimaresiliente Mischwälder, nachhaltige Forstwirtschaft und konsequenten Klimaschutz.


Absterberate gesunken

Eine gute Nachricht aus dem Wald betrifft die Absterberate: Die natürliche Absterberate ist von 0,86 % auf 0,29 % gesunken. Erstmals seit 2017 war 2025 der häufigste Grund für den Ausfall von Bäumen im Ökosystem nicht der Borkenkäfer oder andere Schadereignisse, sondern die Holznutzung.

Ältere Bäume stärker betroffen als jüngere Bäume

Besonders stark betroffen sind ältere Bäume ab 60 Jahren: Bei ihnen beträgt der Anteil mit deutlicher Kronenverlichtung 44 %, während er bei jüngeren Bäumen unter 60 Jahren lediglich 17 % liegt.
Die häufigsten Baumarten in den überwiegend gemischten Wäldern Deutschlands sind die Nadelbäume Fichte mit 20,9 % und Kiefer mit 21,8 %. Bei den Laubbäumen dominieren Buche mit 16,6 % und Eiche mit 11,5 % (Quelle: BWI 2022).

Rund 21 % der untersuchten Bäume in deutschen Wäldern weisen keine Kronenschäden auf.

Belaubungsgrad ist der Indikator für Baumgesundheit

Der Belaubungszustand der Baumkronen gilt als wichtiger Indikator für die Vitalität der Wälder. Im Jahr 2025 zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr kaum eine Veränderung des Kronenzustands. Die Kronenverlichtung bleibt bei allen Baumarten weiterhin auf hohem Niveau: 35 % der Bäume werden der Schadstufe „deutliche Kronenverlichtung“ zugeordnet, weitere 44 % befinden sich in der sogenannten „Warnstufe“.

Ergebnisse Waldzustandsbericht 2024 und 2025 Deutschland

Erläuterung der Grafik

Erläuterungen zur Grafik:
„Ohne Verlichtung“ = Schadstufe 0
„Warnstufe“ = Schadstufe 1
„Deutliche Verlichtung“ = Schadstufe 2-4

Definition Schadstufen

Es gibt insgesamt fünf Schadstufen:
Schadstufe 0: Nadel- / Blattverlust bis 10 %; ohne sichtbare Kronenverlichtung
Schadstufe 1: Nadel- bzw. Blattverlust von 11 – 25 %; Warnstufe (schwache Kronenverlichtung)
Schadstufe 2: 26 – 60 %; mittelstarke Kronenverlichtung
Schadstufe 3: 61 % und mehr; starke Kronenverlichtung
Schadstufe 4: 100 %, abgestorben

Fichte

Bei der FICHTE ist der Anteil der deutlichen Kronen-
verlichtung leicht von 39 % auf 38 % gesunken. Ebenso
gesunken ist der Anteil der Warnstufe von 40 % auf 37 %.
Der Anteil der Fichten ohne Kronenverlichtungen stieg
auf 25 % (2024: 21 %). Die mittlere Kronenverlichtung
sank von 27,2 % auf 25,2 %. Die Absterberate der
Fichte ging 2025 stark zurück. Bei der Interpretation
der Ergebnisse muss aber beachtet werden, dass in den
Vorjahren durch Kalamitäten abgestorbene Altbäume
in der Stichprobe durch jüngere Bäume ersetzt wurden

Kiefer

Der stärkste Anstieg der deutlichen Kronenverlichtung
zeigte sich bei der KIEFER mit einem Anteil von 31 %
(2024: 24 %). Auf die Warnstufe entfielen unverändert
56 %. Der Anteil ohne Verlichtungen ist von 20 % auf 13 %
gesunken. Die mittlere Kronenverlichtung stieg 2025
geringfügig von 22,5 % auf 24,2 %.

Buche

Bei der BUCHE ist der Anteil der deutlichen Kronenver-
lichtung mit 38 % im Vergleich zum Jahr 2024 (46 %)
gesunken. Auf die Warnstufe entfielen 41 % (2024: 36 %).
Der Anteil ohne Verlichtungen hat sich mit 21 % (2024:
18 %) leicht verbessert. Die mittlere Kronenverlichtung
ist auf 25,6 % gesunken (2024: 28,5 %)

Eiche

Bei der EICHE blieb der Anteil der deutlichen Kronen-
verlichtung mit 51 % unverändert hoch. Der Anteil der
Warnstufe stieg zudem von 33 % auf 36 %. Der Anteil der
Eichen ohne Verlichtungen sank leicht von 16 % auf
13 %. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 29,3 % auf
30,1 % leicht angestiegen.

Der Bericht wird seit 1984 regelmäßig von Bundesregierung veröffentlicht. Das Bundesergebnis wird am Thünen-Institut für Wald-
ökosysteme berechnet. Grundlage sind die von den Ländern auf dem bundesweiten Stichprobennetz (8-×-8-km) erhobenen Daten. Bis 2024 erfolgte die Berechnung des bundesweiten Ergebnisses auf einem Netz von 16-×-16-km. In die Erhebung 2025 sind Probebäume auf 1.889 Probepunkten eingegangen. Bei der Erhebung werden 38 Baumarten erfasst. Es entfallen rund 76 % der Bäume auf die vier Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche (Stiel- und Trauben-Eiche werden gemeinsam ausgewertet). Alle übrigen Baumarten werden für die statistische Auswertung zu den Gruppen „andere Nadelbäume“ und „andere Laubbäume“ zusammengefasst. Rund 31,5 % der aufgenommenen Bäume sind jünger als 60 Jahre.
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025 werden in Form von Grafiken und Tabellen dargestellt. Bis einschließlich 1989 beziehen sich die Ergebnisse jeweils nur auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und Westberlins vor der deutschen Wiedervereinigung.

Neu 2025: Die vom Thünen-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat durchgeführte Erhebung basiert erstmals auf der Untersuchung von über 46.000 Bäumen. Damit liefert die Studie eine noch belastbarere Datengrundlage für die Bewertung des Waldzustands in Deutschland.

Zum Waldzustandsbericht des Bundesministeriums für Landwirtschaften, Ernährung und Heimat.