Wildtier des Jahres 2010 – der Dachs

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hat den Dachs zum Wildtier des Jahres 2010 gewählt. Gleichzeitig widmete das Bundesministerium für Finanzen dem Meister Grimbart der Märchen eine 55 Cent-Sonderbriefmarke, die den markanten schwarz-weißen Kopf des Dachses zeigt.

Name:

Der Dachs (Meles meles L.), auch Grimbart oder Landraubtier, gehört zur Familie der Mader (Mustelidae). Der Name „Grimbart“ ist ein volkstümlicher Name, den der Dachs in Fabeln und in Goethes Versepos „Reineke Fuchs“ trägt.

Aussehen:

Ein ausgewachsener Dachs hat eine Kopf-Rumpf-Länge von ca. 70 bis 80 cm, eine Schulterhöhe von etwa 30 cm und eine Schwanzlänge von ungefähr 15 bis 20 cm. Sein Gewicht variiert im Sommer zwischen 10 und 12 kg sowie im Spätherbst zwischen 14 und 16 kg. Der Dachs (Meles meles)Die Fähen (Weibchen) sind im Allgemeinen kleiner. Der Dachs besitzt ein weiches, kurzes Unterhaar und drahtige, längere Deckhaare. Sein Rücken ist hellgrau. Der Hals und der Bauch sind dunkel bis fast schwarz. Die Füße (Branten) und der Kopf sind kurz, glatt behaart. Der Kopf des Dachses ist schwarz-weiß gestreift. Die Branten sind dunkel bis fast schwarz. Die Behaarung des Dachses ist im Winter etwas heller, da das helle Unterhaar in der kühlen Jahreszeit dichter ist und daher stärker durchschimmert.

Vorkommen:

Die fast gleichmäßig schwache Verbreitung des Daches erstreckt sich über Europa, mit Ausnahme von Nordeuropa, und über das gesamte gemäßigte Asien. Bei der Nahrungssuche ist der Dachs ein Einzelgänger, lebt aber sonst in sozialen Familienverbänden. Zu seinem Lebensraum gehören Feld- und Waldlandschaften, besonders Laub- und Mischwälder, aber auch Parks. Im Gebirge kommt der Dachs zum Teil auch bis über 2000 m vor.

Lebensweise:

Dachse leben in Familienverband. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv, sie verschlafen daher den Tag meist im Bau. Dachse behausen eine selbst gegrabenen Bau, der häufig sehr umfangreich angelegt ist. In der unmittelbaren Umgebung des Baus befinden sich häufig Löcher im Boden, sog. Stechstellen. In diesen gräbt der Dachs auf der Suche nach Nahrung und hinterlässt darin auch seinen Kot. Er hält in seinem Bau keinen Winterschlaf, aber eine mehrmals unterbrochenen Winterruhe, die abhängig von der Witterung von Mitte November bis Ende Februar dauert.

Sinne und Lautäußerung:

Geruchs-, Gehör- und Gesichtssinn sind bei dem Dachs gut ausgeprägt. Er faucht, brummt, schnaubt und murrt. Während der Paarungszeit gibt er laute Schreie von sich.

Fortpflanzung:

Die Paarungszeit ist in der Regel im Juli/August. Die Tragezeit der Dächsin beträgt sieben bis acht Monate. Die drei bis vier Jung-Dachse, die Ende Februar/Anfang März zur Welt kommen, sind hell behaart und etwa maulwurfsgroß. Sie sind vier bis fünf Wochen blind und werden etwa 12 Wochen gesäugt. Anfang Juli verlassen sie zum ersten Mal den Bau. Mit etwa eineinhalb Jahren sind sie ausgewachsen und fortpflanzungsfähig.

Nahrung:

Der Dachs ist ein Allesfresser und ist in der Dämmerung auf Nahrungssuche unterwegs. Auf seinem Speiseplan stehen Eier von Bodenbrütern, Junghasen, Mäuse, Würmer, Schnecken, Engerlinge und Larven, er räumt aber auch Hummel- und Bienennester aus. Zusätzlich ernährt er sich auch von Obst, Pilze, Mais, und Hafer.

Literatur:

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Erlbeck; Haseder; Stinglwagner
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co.
Stuttgart
ISBN 3-440-07511-7

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