Die Kiefer – Baum des Jahres 2007

Die Waldkiefer (Pinus Sylvestris) ist in Berlin zum Baum des Jahres 2007 gekürt worden.
Viele kennen den Baum nur als Möbelstück in den eigenen vier Wänden, denn das Holz der Waldkiefer ist bei Tischlern und Möbelbauen sehr beliebt.

Die Begründung der Wahl:
Die Wahl zum Baum des Jahres fiel auf die Waldkiefer, da sie historisch bedingt eine große Rolle bei den deutschlandweiten Wiederaufforstungen im 19. Jahrhundert spielte. Nach den immensen Waldrodungen in dieser Zeit durch Köhlerei, Erz- und Salzgewinnung, wurden diese Flächen durch die anspruchslose und schnell wachsende Baumart wiederaufgeforstet.

Die Kiefer - Baum des Jahres 2007

Ein weiterer Grund ist der geringe Wasserbedarf der Kiefer. Durch diese Eigenschaft wird sie aufgrund der immer wärmer und trockner werdenden Sommer wieder in den Focus der Forstwirtschaft rücken. Mit der Klimaerwärmung und entsprechender Ausdehnung trockener Standorte wird die Wald-Kiefer eher zurechtkommen als die anderen einheimischen Baumarten. Des Weiteren galt sie als Lieferant für das Bernstein, das ausschließlich aus dem Harz der Waldkiefer stammt.
Heute hat die Waldkiefer am Gesamtwaldbestand einen Anteil von 24 % und ist somit die am zweit häufigsten anzutreffende Baumart in Deutschland, nach der Fichte. In Hamburg liegt ihr Flächenanteil bei rund 28 %.

Probleme mit der Kiefer:
Im letzten Jahrhundert wurde die Kiefer großflächig angepflanzt. Die Folgen solcher ausgedehnten Reinkulturen zeichneten sich sehr schnell ab:
Insektenkalamitäten (z.B. durch den Kiefernspanner), Pilzbefall (z.B. Kiefernblasenrost) und Feuer richteten immer wieder große Schäden an den Beständen an. Aber auch die Böden wurden sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Die schwer zersetzbare und saure Nadelstreu in Kombination mit dem sauren Regen, ließen die ph-Werte der Böden schnell unter 4 sinken.

Verwendung:
Ihr Holz ist wegen des warmen Farbtons als Möbelholz sehr beliebt. Auch als Konstruktionsholz im Innen- und Außenbereich wird es verwendet: für Schiffsdecke, Rammpfähle, Schwellen, Gartenmöbel, für Türen, Fenster, Treppen, Fußböden. Schwachholz u.a. zur Zellstoffgewinnung.
In Hamburg spielte in der Vergangenheit insbesondere ihre Verwendung im Schiffs- und Hafenbau (Rammpfähle) eine große Rolle.

Kienspäne (etwa 3 mm dicke und 4 cm breite Streifen) verwendete man zum Erhellen der Stuben. Lange Zeit war die Harznutzung wichtig. Schon der Begründer der Homöopathie HAHNEMANN berichtete 1793 von der medizinischen Bedeutung des Harzes. Kiefernölextrakte werden als Duft- und Massageöle, Badezusatz, Saunaaufgüsse und innerlich (Inhalation) gegen Erkältungskrankheiten und Halsbeschwerden verwendet.

Verbreitung:
Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Europa und Asien. Sie ist eine anspruchslose und standorttolerante Lichtbaumart, kann bis zu 600 Jahre alt werden und eine Höhe von 35 m erreichen. Gut zu erkennen ist die Kiefer an einer gefurchten, grau- bis rotbraunen Schuppenborke im unteren Stamm und einer glatten, leuchtend rotgelb- bis fuchsroten Rinde im oberen Stammbereich sowie an den zwei Nadeln die zu einem Kurztrieb gebündelt sind.

Weitere Informationen zur Kiefer.

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