Die Elsbeere (Sorbus torminalis L.)

Baum des Jahres 2011

Die Elsbeere kommt überwiegend in Südosteuropa vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis Kleinasien und Nordamerika. In Deutschland deckt sich ihr natürliches Verbreitungsgebiet etwa mit der Grenze des Weinbaus. In Norddeutschland ist sie nur selten anzutreffen, obwohl sie auch hier wächst und gedeiht.

Artenmerkmale

  • Höhe: 10 bis 20 m
  • Durchmesser: 50 bis 60 cm, maximal 130 cm
  • Alter: 100 Jahre
  • Blätter: Die langgestielten, wechselständig angeordneten Laubblätter haben einen breit-ovalen Umriß, meist einen herzförmigen Grund, sind ungeteilt, jedoch tief gelappt (6 -10 Lappen). Die Lappen sind zugespitzt und der Blattrand ist scharf gesägt. Die relativ festen Blätter sind 6 bis 10 cm lang und 4 bis 8cm breit. Sie sind oberseits glänzend dunkelgrün und auf der Unterseite blassgrün.

  • Blüte: Die Elsbeere wird ca. mit 20 bis 30 Jahren mannbar und trägt dann jährlich Früchte. Sie blüht im Mai/Juni. Die weißlichen, fünfzähligen Blüten haben zumeist zwei Griffel, gelbe Staubbeutel und messen 12 bis 15 mm im Durchmesser.
  • Früchte: Die im September reifenden, ziemlich kugeligen bis länglichen, etwa 1,5 cm dicken Früchte sind anfangs rötlichgelb, reif braun oder leicht glänzend.
  • Borke: Die Rinde junger Bäume ist glatt und grau, später wird sie dunkelbraun-grau, längsrissig oder feingefedert.
  • Wurzelsystem: Die Elsbeere treibt eine Pfahlwurzel aus, die sich später zu einer Herzwurzel mit starken Seitenwurzeln entwickelt.

Standortansprüche
Die Elsbeere wächst wild auf trockenen, mäßig warmen, lockeren Standorten, frischen Kalkböden, an flachgründigen, trockenen Felshängen und in klimatisch günstigen Lagen in Eichen-Trockenwäldern. Sie haben einen hohen Nährstoff- und einen geringen Feuchtigkeitsanspruch.

Waldbauliche Eigenschaften
Die Elsbeere ist eine (Halb-)Schattenbaumart. Ihre Wuchskraft reicht jedoch im Allgemeinen nicht aus, um sich im Wald ohne menschliche Förderung gegen die konkurrierenden Mischbaumarten durchsetzen zu können. Sie ist eine sehr wertvolle Baumart und wird vor allem zur Verbesserung der biologischen Vielfalt gepflanzt. Häufig ist sie vergesellschaftet mit Eichen, Ahorn, Eschen und Vogelkirschen. Dort wo sie wächst, muss sie durch gezielte waldbauliche Förderung erhalten bleiben.

Holzeigenschaften
Ihr Holz gehört zu den härtesten und teuersten europäischen Hölzern, lässt sich fein verarbeiten, ist ein wunderbares Klang- und Instrumentenholz und begeistert Liebhaber schöner Einzelmöbel. Das Holz der Elsbeere hat einen rötlich-weißen, ins bräunliche nachdunkelnden Splint. Der Kern ist rotbraun, sehr fest, elastisch, schwer, hart und wertvoll. Früher wurde es mit Vorliebe von Tischlern, Wagnern und Drechslern. Außerdem wird es für Möbel, Furniere und andere feine Holzarbeiten verwendet.

Literatur

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Erlbeck ;Haseder; Stinglwagner
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart
ISBN 3-440-07511-7

Die Einheimischen und die wichtigsten fremdländischen Baumarten
Aus dem Institut für Waldbau, Abteilung für Waldbau der Tropen und Naturwaldforschung,
Göttingen 1992

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