Die Bergulme (Ulmus glabra Hudson)

Wenn von „der Ulme“ gesprochen wird, handelt es sich meistens um die Bergulme. Sie wird auch Berg-, Weißrüster, Weiß- oder Haselulme genannt.

Verbreitung:
Die Bergulme ist fast überall in Europa verbreitet, von Mittelspanien, Italien und Südosteuropa, bis Südskandinavien, von den Britischen Inseln bis zum Ural. Sie ist vom Tiefland bis zu Höhenlagen von max. 1400 m anzutreffen.

Artenmerkmale:

  • Höhe: bis 40 m
  • Durchmesser: max. 3 m
  • Alter: bis 400 Jahre

Blätter:
Die Blätter der Bergulme sind 10-15 cm lang, 5-9 cm breit, oberseits dunkelgrün und sehr rau, unterseits heller und weiß behaart. Sie sitzen wechselständig am Zweig, sind vom Umriss breit verkehrt-eiförmig oder rundlich mit gezähntem Blattrand. Sie sind oft dreispitzig und werden daher oft mit dem Hasel verwechselt. Alle drei Ulmenarten sind unschwer an ihren Blättern zu erkennen, deren eine Hälfte immer größer und ungleich am Grunde des Blattstieles angesetzt ist.

Blüte:
Die Ulme wird mit ca. 30-40 Jahren mannbar (geschlechtsreif) und blüht alle zwei Jahre noch vor dem Laubaustritt von Februar bis März (April). Die Blüten sind zwittrig und in kleinen Trugdolden angeordnet. Sie sind braunviolett, 3-6 mm lang, kurz gestielt und bereits im Vorsommer fertig ausgebildet.

Früchte:
Die Frucht reift im Mai/Juni, ist ringsum dünn geflügelt, eine breit-eiförmige bis rundliche, 10-25 mm große Nuss. Die Früchte werden vom Wind verbreitet und sind nur wenige Tage keimfähig. Gleich nach der Reife gesät, keimt sie nach zwei bis drei Wochen.

Wurzel:
In der Jugend Pfahlwurzelsystem. Im Alter ein Senkerwurzelsystem mit einer Tendenz zur Herzwurzel (viele Senker aus flach bis schräg streichenden Hauptwurzeln). Selbst auf temporären Nassböden bildet sie ein tiefes Wurzelgeflecht aus und ist daher außerordentlich stabil.

Standortansprüche:
Die Bergulme zählt zu den Edellaubhölzern. Edellaubhölzer sind Baumarten, die sehr hohe Ansprüche an die Nährstoff-, Licht- und Wasserversorgung sowie an die Bodenbeschaffenheit stellen. Saure, trockene und dunkle Standorte werden daher gemieden. Die Ulme ist häufig am Rande von Auwäldern, in Schluchtwäldern der Mittelgebirge und in Vergesellschaftung mit Linde und Bergahorn anzutreffen.

Besondere Gefährdung:
Seit 1920 werden die Ulmenbestände sehr stark durch das Ulmensterben dezimiert. Der Ulmensplintkäfer überträgt eine aus Ostasien eingeschleppte Pilzerkrankung: Die Pilze wuchern im Splintholz und verstopfen die Wasserleitbahnen im Frühholz. Dadurch wird der Wasserfluss unterbunden und der Baum stirbt ab. Betroffen ist vor allem das Flachland (Totalausfall) bis in die Gebirgslagen, oberhalb von 700 m allerdings nur phasenweise.

Mehr Informationen erhalten Sie beim Ulmenbüro

Holzeigenschaften:
Das ringporige Holz der Bergulme hat einen gelblich-weißen Splint und einen blassbraunen bis rötlichen Kern. Es ist zäh, mäßig hart, besonders stoß- und druckfest und gut bearbeitbar, sehr wertvoll und wird zu Furnieren, Möbeln, Gewehrschäften, Parkett und Täfelungen verarbeitet. Früher wurden auch Felgen, Räder, Speichen und Wagengestelle aus Ulme gefertigt.

 
Literatur:

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Erlbeck; Haseder; Stinglwagner
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart
ISBN 3-440-07511-7

BLV Bestimmungsbuch

Bäume und Sträucher
Ulrich Hecker
BLV Verlagsgesellschaft mbh
München Wien Zürich 1995

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