Dicke Bäume – Wissenschaftler setzen auf breite Anwendung von Starkholz

Leipzig/Freiburg, Januar 2009. Es gibt zu viele starke Bäume in deutschen Wäldern.
Weil die dicken alten Bäume ehedem begehrt und deshalb ungleich teurer waren als dünnere hat sich die holzverarbeitende Industrie auf schwächere und mittlere Stämme konzentriert. Inzwischen laufen dünnere Stämme dem Starkholz deutlich den Rang ab.

So gibt es – vor allem im Süden Deutschlands – nun ein im wahrsten Sinne des Wortes wachsendes Problem: Einen großen Vorrat an starken Bäumen und nicht genügend Kapazitäten, sie effektiv und ihrem Potential entsprechend zu verwerten. Starkholz - Quelle:www.starkholz-forschung.de Unbestreitbar haben die Holzvorräte in den Wäldern in jüngster Zeit deutlich zugenommen. Schon heute macht das sogenannte Starkholz, zu dem hierzulande Bäume mit mehr als 50 Zentimeter Durchmesser in Brusthöhe (BHD) zählen, ein Fünftel des gesamten Vorrates aus. Sein Anteil dürfte noch weiter steigen. In dieser Entwicklung liegt eine doppelte Gefahr. Zum einen bleiben die ökologisch wünschenswerten naturnahen Wälder mit gut gemischter Altersstruktur nur über längere Zeiträume
bestehen, wenn alte Bäume immer wieder Platz für jüngere machen. Zum anderen wird es in Zukunft kaum noch alte Bäume geben können, wenn schon die jüngeren intensiv genutzt werden.

Tatsächlich können oder wollen viele moderne Sägewerke starke Bäume gar nicht mehr verarbeiten. Ein Ausweg aus diesem Dilemma lässt sich nur im Zusammenspiel von Waldbau und Holztechnik, Wissenschaft und Praxis finden. Der Forschungsverbund “Starkholz” greift deshalb auf die Zusammenarbeit von Forstmann und Ingenieur zurück. Hinzu kommen als wichtige Partner holzverarbeitende Unternehmen sowie regionale Organisationen des Holzmarketings, denen wiederum Sägewerker,
Zimmerleute, Architekten, Möbelhersteller und andere Berufsgruppen angehören. Der Forschungsverbund “Starkholz – Aktivierung von Wertschöpfungspotenzialen zur nachhaltigen Nutzung und Verwendung von Nadel- und Laubstarkholz” ist an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg verankert. Er ist eines von 25 Verbundprojekten, die zum Förderschwerpunkt “Nachhaltige Waldwirtschaft” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gehören.

Weitere Informationen unter http://www.starkholz-forschung.de/

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS  Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Sorry, the comment form is closed at this time.

rssRSS
Powered by WordPress