Der Bergahorn (Acer pseudoplatanus L.) Baum des Jahres 2009

Verbreitung:
Der Bergahorn, Baum des Jahres 2009, ist die am meisten verbreitete Ahornart in Deutschland. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Norddeutschen Tiefebene bis in die Zentralalpen auf 2000 m über N.N.

Seine größte Verbreitung findet der Bergahorn in den mittleren und höheren Lagen der Gebirge. Er bildet zusammen mit der Eberesche häufig die Laubwaldgrenze.

Als Begleitbaum ist er besonders in Linden-Ahorn-Mischwäldern, Schlucht- und Auwäldern und im Bergmischwald anzutreffen.

Artenmerkmale:

  • Höhe: bis 35 m
  • Durchmesser: bis 2 m
  • Alter: bis 400 Jahre

Blätter:
Die Blätter sind ungefähr 15-20 cm lang und ebenso breit. Sie sind bei jüngeren Bäumen meist größer als bei älteren. Sie wachsen gegenständig am Zweig, sind fünflappig, wobei die vorderen 3 Lappen etwa gleich groß sind, die beiden hinteren wesentlich kleiner. Die einzelnen Lappen sind spitz, grob gezähnt und bis zur Spreitenmitte eingeschnitten. Oberseits sind sie dunkelgrün, unterseits hell-graugün bis leicht purpurn gefärbt; im Herbst leuchten sie goldgelb.

Bergahorn_Blatt_Frucht_baum des Jahres 2009

Knospe:
Ca. 1 cm lang, eiförmig, grün mit braun-geränderten Knospenschuppen.

Blüte:
Der Bergahorn wird im Bestand mit ca. 30-40 Jahren mannbar. Er blüht jährlich im April/Mai, in Hochlagen jedoch nur alle 2-3 Jahre. Die Blüten sind eingeschlechtig, zum Teil auch zwittrig. Die männlichen, weiblichen und zwittrigen gestilten Blüten bilden 8-15 cm lange, traubenartige, dichtblütige gelbgrüne, hängende Rispen.

Früchte:
Die Früchte, kugelige Nüßchen, reifen im September/Oktober, sind kahl und zur Spitze hin breit gefächert. Die reifen Früchte bleiben bis November/Dezember am Baum und werden vom Wind verbreitet.

Bergahorn Rinde Baum des Jahres 2009Borke:
Die Borke ist in der Jugend glatt und wird im Alter schuppig, ähnlich einer Platane. Die Farbe variiert von graubraun bis gelbbraun.

Wurzelsystem:
Auf gut durchlüfteten Böden bildet der Bergahorn ein Mittelding zwischen Herzwurzel und Senkerwurzel aus. Auffällig ist die hohe Feinwurzelintensität. Auf dichtgelagerten und sehr nassen Böden werden die Wurzeln in obere, besser durchlüftete Bereich verlegt, die Durchwurzelung ist aber dennoch beträchtlich und die Stabilität ist gut ausgeprägt. Windwurfgefährdet ist der Bergahorn nicht.

Standortansprüche:
Der Bergahorn wird in der Forstwirtschaft zu den Edellaubhölzern gezählt. Edellaubhölzer sind Baumarten, die sehr hohe Ansprüche an die Nährstoff-, Licht- und Wasserversorgung sowie an die Bodenbeschaffenheit stellen.

Beste Wuchsbedingungen zeigt der Bergahorn auf tiefgründigen, lehmigen, nährstoffreichen, gut wasserversorgten und humosen Böden; staunasse Böden hingegen meidet er und ist sehr empfindlich gegenüber Dürre und Spätfrösten (d.h. nach Austrieb der Blätter). Als einzige Edellaubholzart stellt der Bergahorn weniger Ansprüche an die Lichtverhältnisse. In der Jugend erträgt er sehr viel Schatten (d.h. er kann auch unter einem Kronendach gedeihen); im Alter hingegen werden die Ansprüche an die Lichtverhältnisse höher.

Waldbauliche Eigenschaften:
Waldbaulich dient der Bergahorn als Halbschattenbaumart – vor allem als wichtige und wertvolle Mischbaumart. Mit seinem Einbringen in Buchenbestände wird die Wertleistung des Bestandes erhöht. Aber auch aus ökologischer Sicht, besonders in Nadelholzbeständen, trägt der Bergahorn aufgrund seiner gut abbaubaren Streu deutlich zur Bodenverbesserung bei.

Als Pionierbaumart kann er Rohböden, Kippen und auch etwas ärmeren Böden erschließen. Das Nutzungsalter wird etwa mit 120-140 Jahren bei einem BHD (Brust-Höhen-Durchmesser) > 60 cm erreicht.

Heimsche Ahornarten: v.l.n.r. Bergahorn, Spitzahorn, Feldahorn

Holzeigenschaften:
Die Edellaubbaumarten sind nicht nur durch ihre Standortansprüche gekennzeichnet sondern auch durch ihre feine Holzmaserung. Das Holz des Bergahorns zählt zu den wertvollsten Edellaubhölzern. Die Jahrringe sind gelblich-weiß bis weiß gefärbt; Splint und Kern setzen sich farblich nicht voneinander ab.

Das Holz ist hart, aber leicht und sauber zu bearbeiten; besonders gut zum Schnitzen, Drechseln, Beizen und Polieren. Es schwindet nur gering, die Biegefestigkeit ist gut. Für den Außenbereich ist Ahornholz ungeeignet, da es nicht witterungsbeständig und somit anfällig gegenüber Pilzbefall ist.

Aus dem Holz des Bergahorns werden Küchengeräte, Tischplatten, Möbel, Musikinstrumente und Parkett gefertigt.

 
Literatur:

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Erlbeck; Haseder; Stinglwagner
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart
ISBN 3-440-07511-7

BLV Bestimmungsbuch
Bäume und Sträucher
Ulrich Hecker
BLV Verlagsgesellschaft mbh
München Wien Zürich 1995

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