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Borkenkäfer

Der Borkenkäfer ist einer der gefährlichsten Schädlinge in der Forstwirtschaft. Es gibt unterschiedliche Borkenkäferarten, die unterschiedliche Baumarten befallen. Die gefährlichsten Borkenkäfer sind der Buchdrucker und der Kupferstecher, die beide die Fichte befallen. In den Medien werden diese beiden Arten nicht unterschieden – dort heißen sie nur „Borkenkäfer”.

Borkenkäferarten sind „sekundäre“ Schädlinge, d.h. sie finden nur in kränkelnden und absterbenden Bäumen günstige Entwicklungsbedingungen. Durch Windwurf, Schneebruch oder Immissionen geschwächte Nadelbäume (meist Fichten) können als Brutstätte dienen, von denen bei günstigen Witterungsverhältnissen und ausreichend Brutmaterial (z.B. nach Katastrophen wie dem Orkan „Lothar“ “oder „Kyrill”) eine Massenvermehrung (Kalamität) ausgehen kann. Die Käferpopulation steigt dann so stark an, dass auch gesunde und vitale Bäume durch den Massenangriff absterben können. Der Borkenkäfer ist somit zu einem „primären“ Schädling geworden.

fichtenwald.jpgDem Forstmann stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um solche Kalamitäten zu verhindern. Die wohl wichtigste Maßnahme ist der Umbau von Nadelholzreinbeständen in laubholzreiche Mischbestände, da sie wesentlich stabiler gegenüber abiotischen Schäden (Windwurf, Schneebruch etc.) sind. In Nadelholzbeständen sollte besonders in der Flugzeit der Borkenkäfer (April) verhindert werden, dass bruttaugliches Material zur Verfügung steht. Zu solchen Maßnahmen gehören z.B. Beregnung, rechtzeitige Abfuhr, Entrindung und Wasserlagerung des Holzes.

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Fichtenwald nach Borkenkäferbefall (Nationalpark Bayerischer Wald)


Eine andere Möglichkeit ist das Aufstellen von Fallen während der Flugzeit der Borkenkäfer. Als Lockstoffe dienen nicht, wie allgemein angenommen Sexuallockstoffe, sondern sog. Aggregationspheromone. Dieser Lockstoff wird vom Männchen beim Einbohren in das Holz freigesetzt und signalisiert der Population, also Männchen und Weibchen, dass der Baum besiedelt werden kann. Diese Lockstofffallen können jedoch nur gegen den Buchdrucker und Kupferstecher eingesetzt werden.

Die Borkenkäfer werden in die sog. Rinden- und Holzbrüter eingeteilt.

Rindenbrüter:
Die Rindenbrüter bohren sich in die Rinde von noch lebenden Bäumen, legen dort ihre Eier ab und ernähren sich vom Bast, wodurch der Baum in der Regel abstirbt. Typische Kennzeichen sind die Fraßgänge auf der Innenseite der Rinde, kleine braune Bohrmehlspuren am Stamm, Nadelfall und -verfärbung, Spechtabschläge und Harzaustritt.

  • Wichtige Vertreter:

Buchdrucker (gefährlichster bei Fichte), Kupferstecher (Fichte), Waldgärtner (Kiefer) und Großer Lärchenborkenkäfer (Lärche)
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Holzbrüter:
Holzbrüter bohren sich in das Splintholz und legen dort ihre Eier ab. Die Anlage der Brutsysteme und die damit verbundene Zerstörung des Holzes, führen zu einer erheblichen Wertminderung, da die technischen Eigenschaften des Holzes (Stabilität) eingeschränkt werden. Die Käfer und Larven ernähren sich von Pilzen, die sie in den Brutgängen züchten.

  • Wichtigster Vertreter:

Gestreifter Nutzholzborkenkäfer (Trypodendron lineatum)

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