Winterlinde ist Baum des Jahres 2016

Winterlinde: „Lipa krala Mateja - Bojnice“ von Martin Hlauka (Pescan).O?kologisch wertvoll
Mit hoher kulturgeschichtlicher Bedeutung

16.10.2015 Die Winterlinde ist der Baum des Jahres 2016. Um sie ranken sich viele Lieder, Gedichte und Geschichten. Als Hof- und Dorflinde ist sie ein beliebter Baum bei den Deutschen und die Bienen lieben sie wegen des Nektars. Lindenblu?ten werden als Tee und Arzneimittel verwendet. Und auch im Wald wird der neue Baum des Jahres in den letzten Jahren wieder vermehrt angebaut.

Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man nur von der Linde. Wenige wissen, dass es in Deutschland neben der Winterlinde auch die Sommerlinde gibt und kaum einer weiß, wie man sie unterscheidet.
Die Unterscheidung erfolgt am einfachsten u?ber die Bla?tter und Fru?chte. Bei der Winterlinde ist die Blattunterseite kahl bis auf die in den Winkeln der Blattnerven vorkommenden bra?unlichen Haarbu?schel. Ihre Nussfru?chte sind du?nnschalig und ko?nnen zwischen den Fingern zerdru?ckt werden. Auch erscheinen die Blu?ten der Winterlinde erst ab Ende Juni – fast zwei Wochen spa?ter als die der Sommerlinde. Sie blu?ht damit am spa?testen von allen einheimischen Baumarten.

Seit den Germanen spielt die Linde in der Kulturgeschichte eine große Rolle. U?ber 850 deutsche Orte und Sta?dte verdanken der Linde ihren Namen. Unter Gerichtslinden wurde jahrhundertelang Recht gesprochen und weit sichtbare Linden bezeichnete man als Freiheitsba?ume. Unter den Dorflinden spielte sich das Dorfleben ab. Man traf sich fu?r Trauungen und Versammlungen und sogar zum Tanzen auf den Dorflinden.

Aber nicht nur als Einzelbaum macht die Winterlinde eine gute Figur. In der Forstwirtschaft wird sie gerne und in letzter Zeit versta?rkt als Mischbaumart eingesetzt. Ihr Laub zersetzt sich rasch und liefert Nachschub fu?r die Na?hrstoffe.

Gro?ßere Winterlinden-Vorkommen findet man im Kottenforst bei Bonn, im hessischen Bergland, in der Uckermark und in der Kolbitzer und Sagener Heide.
Lindenholz ist meist weißlich bis gelblich und geho?rt zu den weichen Ho?lzern. Es wird deshalb vor allem im Innenbereich verwendet und auch Bildhauer und Holzschnitzer arbeiten gerne mit dem Lindenholz. Viele beru?hmte Meisterwerke in der Sakralkunst, zum Beispiel von Tilman Riemenschneider und Veit Stoß, wurden aus Lindenholz gefertigt.

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