Waldzustandsbericht 2011

Das Landwirtschaftsministerium präsentiert den Waldzustandsbericht 2011
Der Buche geht es am schlechtesten

Der Waldzustand hat sich gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Vor allem die Buche zeigte einen markant schlechteren Kronenzustand. Dies ist aber vor allem auf die starke Fruchtbil­dung im Herbst 201 bei dieser Baumart zurückzuführen. Fichte und Kiefer sind im Bundesdurchschnitt na­hezu unverändert. Die Eiche hat sich hingegen deutlich erholt.

Im Durchschnitt aller Baumarten beträgt der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen (Schadstufe 2 bis 4) 28 % (2010: 23 %). Auf die Warnstufe entfallen 35 %. Ohne Verlichtung waren 37 % (2010: 38 %). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 19,1 auf 20,4 % gestiegen.

Bei den Hauptbaumarten ergeben sich folgende Entwicklungen:

  • Bei der Fichte beträgt der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen 27 % (2010: 26 %). Der Anteil ohne Kronenverlichtung beträgt gegenüber dem Vorjahr unverändert 40 %. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 18,7 auf 19,1 % geringfügig gestiegen. Im Juli einsetzende kühle regnerische Witterung, die in weiten Teilen Deutschlands auch im August noch anhielt, brachte die aufgrund des warmen und trockenen Frühjahrs drohende Massenvermehrung von Borkenkäfern zum erliegen.
  • Die Kiefer zeigt unverändert einen Anteil deutlicher Kronenverlichtungen von 13 %. Ohne Verlichtung waren 45 % (2010: 44 %). Die mittlere Kronenverlichtung zeigt mit 15,6 % nur wenig Veränderung (2010: 16,0 %).
  • Bei der Buche übertrifft der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen mit 57 % sogar den bisherigen Höchststand von 2004. Gegenüber dem Vorjahr (2010: 33 %) ist dies eine Zunahme um 24 Prozentpunkte. Nur noch 12 % waren ohne Verlichtung (2010: 20 %). Die mittlere Kronenverlichtung stieg auf 30,4 % (2010: 23,3 %) und erreicht damit ähnliche Ausmaße wie 2004. Noch nie seit Beginn der Erhebungen wurde eine derart intensive Bil­dung von Früchten (Fruktifikation) beobachtet. Über 90 % der Bäume über 60 Jahren waren daran beteiligt. Bei der Buche besteht ein enger Zusammenhang zwischen Fruktifikation und Kronenverlichtung. Die Bildung der schweren Früchte bindet bedeutende Ressourcen und geht auf Kosten der Blattbildung und des Holzzuwachses. Bei diesem Kraftakt dürfte die Bu­che auch unter der angespannten Wasserversorgung im Frühling und Frühsommer gelitten haben.
  • Die Eiche hat sich gegenüber dem Vorjahr erholt. Der Anteil der deutlichen Kronenverlich­ tungen verringerte sich um 10 Prozentpunkte auf 41 % (2010: 51 %). Ohne Verlichtung wa­ ren 21 % (2010: 17 %) der Eichen. Die mittlere Kronenverlichtung hat sich von 29,6 % auf 26,3 % vermindert. Positiv auf den Kronenzustand der Eichen hat sich ausgewirkt, dass es dieses Jahr weniger Fraßschäden durch Schmetterlingsraupen und kaum Befall durch Mehltau gab.

Es gibt insgesamt vier Schadstufen:
Schadstufe 0: Nadel- / Blattverlust bis 10 %; ohne sichtbare Kronenverlichtung
Schadstufe 1: Nadel- bzw. Blattverlust von 11 – 25 %; Warnstufe (schwache Kronenverlichtung)
Schadstufe 2: 26 – 60 %; mittelstarke Kronenverlichtung
Schadstufe 3: 61 % und mehr; starke Kronenverlichtung
Schadstufe 4: 100 %, abgestorben

Erläuterungen zur Grafik:
“Ohne Verlichtung” = Schadstufe 0
“Warnstufe” = Schadstufe 1
“Deutliche Verlichtung” = Schadstufe 2-4

Die bundesweite Waldzustandserhebung wird seit 1984 jährlich von den Ländern basierend auf einem systematischen Netz von Stichproben vorgenommen. Das Bundesergebnis wird aus den von den Ländern bereitgestellten Rohdaten am Institut für Waldökologie und Waldinventuren des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) berechnet. Durch die regelmäßigen Stichprobenerhebungen beim Kronenzustand können Veränderungen erkannt und Risiken bewertet werden. Die Informationen sind eine wichtige Grundlage für forst- und umweltpolitische Entscheidungen zum Schutz des Waldes.

Quelle: http://www.bmelv.de/; 2. Februar 2012

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