Sächsische Fichtenwälder durch Borkenkäfer in Gefahr

Bereits fünfmal so viel Schadholz wie im Vorjahr
Borkenkäfer verursachen ein Baumsterben in den Fichtenwäldern Sachsens wie nie zuvor. “Allein im Juni und Juli kamen an 3.200 Befallsstellen 33.400 Kubikmeter Schadholz hinzu. Das entspricht dem Fünffachen des Vorjahres”, macht Forstminister Frank Kupfer deutlich.

Aktuell ist bereits die Menge an befallenem Holz überschritten, welche im Borkenkäferjahr 2003 erst Ende August registriert wurde. 2003 wurden von den Forstwirten 125.000 Kubikmeter Borkenkäferholz und damit die größte Menge seit den vergangenen 30 Jahren aufgearbeitet.

In den zum Monitoring aufgestellten pheromonbeköderten Käferfallen werden derzeit wöchentlich zwischen 5.000 und 15.000 Käfer gefangen. “Waldbesitzern rate ich nachdrücklich, insbesondere in den nächsten zwei bis drei Wochen ältere Fichtenbestände auf einen möglichen Befall zu überprüfen. Betroffene Bäume müssen zur weiteren Schadensabwehr schnellstmöglich gefällt und aus dem Wald transportiert werden”, fasst Kupfer zusammen. Besonders stark ist der sächsische Landeswald mit 22.000 Kubikmetern Holz betroffen. Regional traten bisher vor allem im Erzgebirge und im Vogtland Schadschwerpunkte auf.

Der Befall der Käfer ist in der ersten Phase ausschließlich durch braunes Bohrmehl, Harztropfen am Baumstamm und grüne Nadelhäufchen am Stammfuß der Bäume zu erkennen. In dieser Phase fressen die Käfer bzw. die Larven unter der Rinde bis zum Absterben der Bäume. Die rechtzeitige Aufarbeitung befallener Bäume kann in dieser Phase eine weitere Verbreitung der Käfer mindern. In einer zweiten Phase fallen Rindenstücke vom Baum und die Baumkronen färben sich rot ein bis zum vollständigen Nadelverlust. In diesem Stadium sind die Käfer teilweise bereits ausgeflogen und besiedeln weitere bruttaugliche Bäume.

16.09.08, www.sachsenforst.de.

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