Holz – Ein Naturprodukt mit wachsendem Potential

Holz war und ist ein elementarer Naturrohstoff, der scheinbar nicht aufhört nachzuwachsen. Die Verwendung von Holz hat aber auch eine ausgeprägte kulturhistorische Dimension, die sehr weit in die Vorgeschichte der Menschheit zurückgeht. So gehört Holz seit über 400.000 Jahren zu den wichtigsten Rohstoffen, die die Menschheit begleitet hat. Der Rohstoff Holz stand uns Menschen schon in frühster Zeitgeschichte als Werkzeug- und Brennholz zur Verfügung.

BuchenmischwaldBäume sind Naturprodukte von atemberaubender und zugleich Sauerstoff spendender Faszination. Der älteste, lebende Baum, eine Fichte, hat in der schwedischen Region Dalarna vor ca. 9550 Jahre zu wachsen angefangen. Der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) ist der größte Baum und ragt mit einer Wuchshöhe von 115,55 m (Stand 2007) in den Himmel. Neben diesem Baum, der im Redwood-Nationalpark in Kalifornien steht, erreicht eine Eukalyptusart (Eucalyptus regnans) ähnliche Höhen. Bei einem 1872 gefällten Exemplar wurde eine Höhe von 132 Meter gemessen. Die nordamerikanischen Mammutbäume benötigen für die Fortpflanzung sogar die Hitze eines Waldbrandes, denn nur durch die aufsteigende heiße Luft öffnen sich die Zapfen und die Samen fallen heraus.

In Deutschland ist knapp ein Drittel der Fläche – nämlich etwa 11 Mio. Hektar – mit Wald bedeckt. Dabei ist das Verhältnis von Laub- zu Nadelbaumarten an der Waldfläche 41 zu 59 Prozent. Jedes Jahr wachsen pro Hektar Waldfläche in Deutschland durchschnittlich ca. 10 m3 Holz nach. Pro Sekunde wachst ein Holzwürfel mit der Kantenlänge von etwa 1,56 m. Im Gesamten bedeutet das einen jährlichen Holzzuwachs von etwa 120 Mio. m3 von denen aber nur 70 Mio. m3 eingeschlagen und auch genutzt werden. Das Verhältnis von Zuwachs und Einschlag spiegelt allein schon das Prinzip der Nachhaltigkeit wider, es soll nur maximal so viel Holz genutzt werden wie nachwächst. Nach diesem Grundsatz wird der deutsche Wald seit weit mehr als 200 Jahren bewirtschaftet. Sollte das Prinzip der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern auch in der Zukunft fortbestehen, werden wir im ausreichenden Maße über den Rohstoff Holz verfügen können. In den deutschen, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommen 72 Baumarten vor, von denen 26 Laubbaum- und sieben Nadelbaumarten wirtschaftlich genutzt werden. Zu den wichtigsten Baumarten gehören Fichte, Kiefer, Buche und Eiche.

LärchenbalkenWas passiert nun mit dem Holz, wenn es denn eingeschlagen wurde? Die typischen Abnehmer des Holzes sind Sägewerke, Holzwerkstoff-, Zellstoff-, und Papierindustrie aber auch Holzhandel, Möbelwirtschaft, Zimmerer-, Tischler- und Schreinerhandwerk, in denen das Rohholz eine höhere Wertschöpfung erlangt.

Im alltäglichen Leben sind wir nahe zu überall von Holz umgeben in Form von Fenstern, Möbeln, Türen und Parkettboden. Das gesamte Papier der Zeitungen, Bücher, Magazine und Zeitschriften, sogar der Tapeten, Teebeutel und Kaffeefilter hat seinen Ursprung im Rohstoff Holz. Außerdem wird Holz mit zunehmender Bedeutung für die Energieerzeugung genutzt, klassisch im Kamin oder in einer modernen Holzpellets-Heizung.

Selbst für innovative konstruktive Zwecke ergeben sich für den Rohstoff Holz immer neue Einsatzmöglichkeiten, wie zum Beispiel für den Bau der Türme von Windkraftanlagen. In der Lebensmittelindustrie hat sich das Naturprodukt Holz schon lange etabliert. Beispielsweise sind die Verpackungsschalen von Datteln häufig aus einem Stück Furnier. Xylit, das für den Frische-Geschmack mancher Kaugummis und Husten- oder Halsbonbon verantwortlich ist, kommt in der Rinde einiger Baumarten (z.B. Birke) vor und wird industriell durch chemische Modifikation aus dem Rohstoff Holz gewonnen. Selbst die kalte Sünde Eis kommt nicht an Verdickungsmitteln vorbei, die aus den chemischen Bestandteilen des Holzes (Carboxymethylcellulose) gewonnen werden, um eine Kristallbildung im Milcheis zu verhindern. Holz ist und bleibt natürlich unverzichtbar.

Bundesweit sind im Bereich Forst und Holz etwa 1,2 Millionen Menschen beschäftigt, die einen Jahresumsatz von rund 160 Milliarden Euro erwirtschaften.
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