Baum des Jahres 2017: Die Fichte

Fichtenzapfen, Foto: Lothar Gössinger, SDWFichte – der Brotbaum der Forstwirtschaft
Über keinen anderen heimischen Baum wird so viel gestritten wie über die Fichte. Geschätzt als wichtigste Einkommensquelle, wird die Fichte von Befürwortern der Artenvielfalt geschmäht. Ihre Wahl zum Baum des Jahres 2017 gibt Gelegenheit, mehr Klarheit in die Diskussion und die künftige Entwicklung dieses Baumes zu bringen.


Waldrodungen im 19.00 Jhd

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten die Menschen den Wald völlig übernutzt. Die Bäume wurden zum Heizen, Kochen und Bauen abgeholzt und verwendet. Dazu kam noch der hohe Bedarf durch den Schiffsbau, den Bergbau und die Glashütten. Das große Bevölkerungswachstum tat sein Übriges. Riesige Kahlflächen und nährstoffarme Böden führten zur Bevorzugung der schnell wachsenden und anspruchslosen Gemeinen Fichte (Picea abies), so dass große Flächen mit Fichten-Monokulturen entstanden.

Fast ein Drittel Fichte
Fichte, Foto: Lothar Gössinger, SDW„Heute geht durch den Umbau in stabile Mischwälder der Anteil der Fichte zurück – in den letzten zehn Jahren um 2,5 Prozent und zwar um 242.000 Hektar, das ist in etwa die Fläche des Saarlandes. Auch der Klimawandel und die anhaltenden Stickstoffbelastungen, die die Ernährung der Fichte zusätzlich ins Ungleichgewicht bringen, setzen dieser Baumart zu. Ihre Schwächung zeigt sich in dem häufigen Auftreten des Borkenkäfers und dem flächenhaften Windwurf bei Stürmen“, erläutert Staatssekretär a.D. Wolfgang von Geldern, Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), den aktuellen Zustand der Fichte.

Die Fichte ist mit 26 Prozent die häufigste Baumart Deutschlands. Aufgrund der vielseitigen Verwendbarkeit des Holzes (Papier, Bauholz) ist die Fichte weiterhin der Brotbaum der Forstwirtschaft. Ca. 90 % der Erträge aus der Holzernte kommen aus dem Verkauf der Fichte.

Hochwertiges Musikholz
Kulturgeschichtlich ist die Fichte eng mit uns verbunden. Die einfachsten und gröbsten Gegenstände vom Kochlöffel bis zum Dachstuhl sind aus Fichte, aber auch die wertvollsten: Das Deckenholz der berühmten Stradivari-Geigen (1648-1737) ist aus Fichtenholz mit besonders engen Jahrringen gefertigt. Für Cellos und Gitarren wird heute noch Fichte verwendet. Auch war sie eine Zeit lang der beliebteste Weihnachtsbaum; als Maibaum wird sie weiterhin verwendet.

Quelle: SDW, 13.10.2016

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