Trockenstress bei Bäumen aus der Luft erkennen

Forstpersonal braucht unterstützung für klimastabile Baumarten

Forscherinnen und Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) haben im Sommer 2023 mit Drohnen und Multispektralkameras untersucht, wie sieben einheimische Baumarten auf Hitze und Wassermangel reagieren. Die Methode zeigt Trockenstress schon bevor er für das Auge sichtbar wird und könnte künftig helfen, Wälder großflächig zu überwachen und artspezifische Reaktionen auf den Klimawandel zu dokumentieren

Warum das wichtig ist:
Klimaszenarien sagen heißere und trockenere Sommerhalbjahre voraus. Um die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu erhöhen, müssen Forstfachleute wissen, wie verschiedene Baumarten auf Hitze und Trockenheit reagieren. Klassische Bodenkontrollen waren aufwendig und meist nur für einzelne Bäume möglich – Drohnen und Fernerkundung machen dies nun großflächig und effizient.

Quelle: Grafik: Petra D’Odorico, WSL

Ziel der Studie:
Wir wollten mit Drohnenaufnahmen herausfinden, wie heimische Baumarten auf Dürren reagieren und welche Strategien sie einsetzen, sowohl über die gesamte Wachstumsperiode als auch im Verlauf eines einzelnen Tages“, erklärt Forscherin Petra D’Odorico.

Untersuchte Baumarten:
Eiche, Fichte, Hainbuche und andere Arten

Wichtige Beobachtungen:

  • Eichen erholen sich nach einem heißen Tag schneller von Stress als andere Arten.
  • Nadelbäume zeigen verzögert Anzeichen von Trockenstress und reagieren spät, was schnelles Absterben begünstigen kann.
  • Kombination von Messwerten zu Lichtschutzpigmenten und Blattverfärbung erlaubt es, akute von länger anhaltender Trockenheit zu unterscheiden.

Drohnen‑Fernerkundung ermöglicht tägliche Beobachtungen über die gesamte Wachstumsperiode. Künftige Studien sollen auch nicht-heimische Arten wie Libanonzeder oder Orientbuche auf klimaresistente Eigenschaften prüfen.

IDW, 20.01.2026 – PM