Kastanienbäume im Dauerpech

Rosskastanien-Miniermotte - befallenes BlattDie Roßkastanie ist bedroht
Erst Miniermotte, dann gefräßiges Bakterium

13.08.2014. Seit Jahren setzt der Kastanie die Kastanienminiermotte zu. Sie führt zur Vertrocknung und Blattverlust schon ab Mitte Juli. Mit Hilfe von Laubsammlungen versucht die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), den Vermehrungszyklus der Schädlinge zu unterbrechen. Jetzt gibt es eine weitere Hiobsbotschaft für den beliebten Baum.


Neue Krankheit – Bakterium Pseudomonas syringae
Das Bakterium Pseudomonas syringae wurde 2007 erstmals in Deutschland entdeckt. Experten gehen davon aus, dass die meisten Kastanien in Deutschland mit dem Bakterium infiziert sind. Während die Miniermotte die Kastanien nur schwächt, führt das gefräßige Bakterium sogar zum Absterben der Bäume.

Kastanienebluten; (Foto:Dr. Monika Heupel ), LWK NRWDas Schadbild ist vielfältig. Die befallenen Rosskastanien zeigen kleine blutende Stellen vom Stamm bis zur Krone und an Hauptästen, ein teilweises Absterben der Kronen sowie eine dunkelbraune bis schwarze Verfärbung unter der Rinde. Auch Stamm- und Astrisse bis zu mehreren Metern oder eine Laubaufhellung weisen auf einen Befall hin. Besonders betroffen sind bisher die Bäume in NRW und hier besonders die am Niederrhein. Allein in Krefeld mussten 454 erkrankte Kastanien gefällt werden, auch Duisburg und Viersen haben große Ausfälle zu beklagen. Jüngste Hiobsbotschaft: Die prächtige Kastanienallee am Düsseldorfer Schloss Heltorf, einem beliebtem Ausflugsziel, scheint nicht mehr zu retten zu sein.

Maßnahmen
Und was kann man dagegen machen? Nicht viel, sagen die Experten. Es gibt noch keine Gegenmittel. Nach einer gewissen Stagnation hat sich der Befall im vergangenen Jahr wieder beschleunigt. Wie das Bakterium sich ausbreitet, ob durch Insekten oder Vögel, ist noch unklar. Einiges spricht für den Wind. Für eine intensivere Forschung fehlt es an Geld. „Es ist wirtschaftlich nicht entscheidend, ob die Kastanien sterben“, erläutert der Wissenschaftler Oliver Gaiser vom Hamburger Institut für Baumpflege und glaubt nicht an finanzielle Anstrengungen für die Erforschung von Gegenmitteln.

Wässern und ph-Wert erhöhen
Damit die Kastanien diese neue Gefahr überleben können, muss man versuchen, ideale Rahmenbedingungen für die Bäume zu schaffen und Stresssituationen (Austrocknung) zu vermeiden. Kastanien lieben gut durchlüftete Böden mit hohem Humusgehalt und einem ph-Wert zwischen 6,0 und 8,0. Bedingungen, die in Städten oft nicht gegeben sind.
„Hier liegt eine große Herausforderung für das Grünmanagement der Städte, damit in Zukunft nicht alle Kastanien aus dem Stadtbild verschwinden“, sagt SDW-Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann.

Quelle: www.sdw.de
Weitere Informationen: Landwirtschaftskammer NRW

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