Die Zecke – oder auch der Holzbock

Sommerzeit ist Zeckenzeit

Besonders in den Sommerferien zieht es Menschen häufiger als sonst in den Wald. Doch Vorsicht: Im Sommer haben Zecken Hochsaison – und werden gerne zickig. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (SDW) gibt Tipps, wie sich große und kleine Waldbesucher schützen können.

Häufig auftretende Krankheitserreger:
Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen. Die häufigsten sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis-Viren (FSME) und die Borrelien (Zecken-Borreliose). Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 200 Personen an FSME. Risikogebiete für FSME in Deutschland sind u.a. Bayern, Baden-Würtemberg, bestimmte Regionen in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen und das Saarland. Hier finden sie aktuelle Informationen vom Robert-Koch-Institut.

Schutz vor FSME: Zeckenimpfung
Wer sich beruflich oder in der Freizeit viel im Wald aufhält, besonders in den Risikogebieten, sollte sich rechtzeitig gegen Zecken impfen lassen. Wichtige Informationen dazu gibt es bei Ärzten und in Apotheken.

Vorsichtsmaßnahmen gegen Borreliose:
Gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose, die bundesweit auftritt, gibt es in Deutschland zurzeit keine wirksame Impfung für Menschen. Trotzdem kann man das Risiko eines Zeckenbisses und einer Erkrankung durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen stark reduzieren.

Die SDW gibt Tipps zur Vorbeugung:

  • Vor allem in der Zeckensaison (April bis November) sollten Waldbesucher nicht durch Gebüsch und Unterholz streifen. Wer lichte, vegetationsarme Waldwege nutzt, verringert das Risiko, von einer Zecke gebissen zu werden.
  • An Heuhaufen, dichtem Unterholz, Futterstellen und überall dort, wo sich viele Wirtstiere (Mäuse, Igel, Wild) aufhalten können, sollten Spaziergänger auf eine Rast verzichten.
  • Die Haut sollte größtenteils bedeckt sein. Feste Schuhe (keine Sandalen), lange Hosen und Hemden mit langen Ärmeln machen den Zecken das Leben schwer.
  • Zusätzlichen Schutz bilden Repellentien, chemische Mittel, die verhindern, dass sich Zecken auf der Haut niederlassen (z.B. Autan).
  • Wechseln Sie nach dem Waldbesuch sofort die Kleidung und untersuchen Sie Körper sowie Kleidung auf Zecken. Vorsicht: Damit die Blutsauger bei ihrer „Mahlzeit“ nicht gestört werden, suchen sie sich gern verborgene Plätze (Haaransatz, Leisten- u. Genitalgegend, Knie- und Achselhöhlen). Hier sollte besonders sorgfältig nachgeschaut werden.

Was tun beim Zeckenbiss

  • Je schneller man die Zecke entfernt, umso geringer ist die Gefahr, sich zu infizieren.
  • Entfernen Sie die Zecke mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte, die in Apotheken erhältlich sind. Vermeiden Sie es, die Zecke zu quetschen, da sich sonst das Infektionsrisiko erhöht. Nachdem die Zecke entfernt wurde, sollte die Bissstelle gewaschen und mit Alkohol desinfiziert werden.
  • Wenn Sie unsicher sind, suchen Sie einen Arzt auf.
  • Beobachten Sie die Bissstelle. Schwillt sie an oder wird rot oder treten zwei bis drei Wochen später grippeartige Symptome auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn es zu anderen Beschwerden kommen sollte, informieren Sie immer Ihren Arzt, dass Sie von einer Zecke gebissen wurde.
  • Nach einem Zeckenbiss in einem der FSME-Risikogebiete muss innerhalb von drei Tagen ein Arzt aufgesucht werden. In diesem Zeitraum kann der Arzt noch nachträglich den Abwehrstoff spritzen.