Waldböden nehmen Methan auf
Langzeitstudie belegt wachsende Methanaufnahme durch Waldböden – Bedeutung für Klimaschutz
Eine aktuelle Langzeitstudie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Georg-August-Universität Göttingen und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) zeigt: Waldböden entziehen der Atmosphäre in vielen Regionen zunehmend das Treibhausgas Methan, ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz, dessen Bedeutung unter zukünftig zu erwartenden klimatischen Bedingungen weiter wächst.
Methanaufnahme um 3% Zunahme pro Jahr
Im Rahmen der Untersuchung wurden Daten von 13 Waldstandorten im Südwesten Deutschlands über Zeiträume von bis zu 24 Jahren analysiert. Die Forschenden fanden heraus, dass die Methanaufnahme der Böden im Jahresdurchschnitt um etwa 3 % zunimmt. Dieser Effekt wird darauf zurückgeführt, dass sinkende Niederschläge zu trockeneren Böden führen, in die Methan leichter eindringen kann, und mikrobielle Prozesse bei höheren Temperaturen verstärkt Methan abbauen.

Studienergebnisse widersprechen bisherigen Analysen
Die Ergebnisse widersprechen bisherigen internationalen Meta-Analysen, die überwiegend einen Rückgang der Methanaufnahme erwarten, und verdeutlichen die Notwendigkeit langfristiger Messreihen und differenzierter regionaler Betrachtungen, um die Auswirkungen des Klimawandels realistisch zu beurteilen.
Die Messungen basieren auf umfangreichem Bodengas-Monitoring bei wechselnden Bodenfeuchte- und Temperaturbedingungen und wurden durch unabhängige Kammermessungen abgesichert. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Agricultural and Forest Meteorology veröffentlicht.
Waldböden fungieren als bedeutende Kohlenstoffsenken, indem sie auch atmosphärisches CO₂ über die Einträge von Pflanzenresten und Wurzelausscheidungen aufnehmen und den Kohlenstoff in organischer Bodensubstanz langfristig speichern. Dadurch leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Regulierung des globalen Kohlenstoffkreislaufs und zum Klimaschutz.
2. Februar 2026 – Quelle IdW