Waldzustandsbericht 2014

Stieleiche mit lichter KroneWaldzustand hat sich verschlechtet
Eiche geht es besser, Buche schlechter

Am Anfang jeden Jahres veröffentlicht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft den Waldzustandsbericht für den Deutschen Wald. Insgesamt hat sich der Waldzustand 2014 im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert. Der Kronenzustand der Eiche hat sich weiter verbessert. Hingegen hat sich der Kronenzustand der Buche verschlechtert.


Ein Drittel der Landesfläche in Deutschland besteht aus Wald (11,4 Millionen Hektar). Die häufigsten Baumarten in Deutschland sind die Nadelbäume Fichte (26 Prozent) und Kiefer (23 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16 Prozent) und Eiche (11 Prozent).
Seit Beginn der Erhebungen im Jahre 1984 hat sich der Zustand der Nadelbäume leicht verbessert, jener der Laubbäume aber deutlich verschlechtert.
Die Einschätzung der Kronenverlichtung erfolgt im Vergleich zu einem voll benadelten beziehungsweise voll belaubten gesunden Baum der jeweiligen Art in 5-Prozent-Stufen. Im Durchschnitt aller Baumarten beträgt der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen (Schadstufen 2 bis 4) 26 Prozent (2013: 23 Prozent). Auf die Warnstufe entfallen 41 Prozent (2013: 39 Prozent). Ohne Verlichtung waren 33 Prozent (2013: 38 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 19,3 Prozent auf 20,4 Prozent gestiegen.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Bei der Fichte beträgt der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen 28 Prozent gegenüber 27 Prozent im Jahre 2013. Auf die Warnstufe entfallen 39 Prozent (2013: 38 Prozent). Ohne Verlichtung waren unverändert 33 Prozent (2013: 38 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 18,8 Prozent auf 20,2 Prozent gestiegen.
  • Bei der Kiefer beträgt der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen unverändert 12 Prozent. Auf die Warnstufe entfallen 50 Prozent (2013: 42 Prozent). Ohne Kronenverlichtung waren 38 Prozent (2013: 47 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 15,1 Prozent auf 16,4 Prozent gestiegen, ist aber tiefer als bei den anderen Baumarten.
  • Bei der Buche hat sich der Kronenzustand gegenüber 2013 stark verschlechtert. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen ist von 35 Prozent auf 48 Prozent gestiegen. Auf die Warnstufe entfallen 38 Prozent (2013: 42 Prozent). Der Anteil ohne Verlichtung beträgt nur noch 14 Prozent (2013: 23 %). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 23,6 Prozent auf 27,6 Prozent gestiegen. Die Buche löst damit die Eiche als am stärksten verlichtete Baumart ab. Der starke Anstieg der Kronenverlichtung steht in Zusammenhang mit der erneuten starken Fruktifikation der Buche. In Jahren, in denen die Buchen viele Früchte (Bucheckern) tragen, werden weniger Blätter gebildet und die Kronen sind entsprechend schütter. In den letzten 15 Jahren wurde eine Häufung von Jahren, in denen ein hoher Anteil der Bäume mittel oder stark fruktifiziert, beobachtet. Dies war in den Jahren 2000, 2002, 2004, 2006, 2009, 2011 und 2014 der Fall. Dazu kamen 2014 noch erhebliche Fraßschäden durch den Buchenspringrüssler.
  • Bei der Eiche ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen von 42 Prozent auf 36 Prozent gesunken. Auf die Warnstufe entfallen 40 Prozent (2013: 39 Prozent). Ohne Verlichtung waren 24 Prozent (2013: 19 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung sank von 27,0 Prozent auf 24,7 Prozent.

Grafische Darstellung Waldzustandsbericht 2014
Waldzustandsbericht 2014

Erläuterungen zur Grafik:
„Ohne Verlichtung“ = Schadstufe 0
„Warnstufe“ = Schadstufe 1
„Deutliche Verlichtung“ = Schadstufe 2-4

Es gibt insgesamt vier Schadstufen:
Schadstufe 0: Nadel- / Blattverlust bis 10 %; ohne sichtbare Kronenverlichtung
Schadstufe 1: Nadel- bzw. Blattverlust von 11 – 25 %; Warnstufe (schwache Kronenverlichtung)
Schadstufe 2: 26 – 60 %; mittelstarke Kronenverlichtung
Schadstufe 3: 61 % und mehr; starke Kronenverlichtung
Schadstufe 4: 100 %, abgestorben

Die bundesweite Waldzustandserhebung wird seit 1984 jährlich von den Ländern basierend auf einem systematischen Netz von Stichproben vorgenommen. Das Bundesergebnis wird aus den von den Ländern bereitgestellten Rohdaten am Institut für Waldökosysteme des Thünen-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (TI), berechnet.

Quelle: BMEL, 3.2.2015

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