Neuer FSC-Standard verabschiedet

fsc-neuNeuer FSC-Standard für nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland
Die Mitglieder des FSC haben auf ihrer Vollversammlung am 29. Juni 2016 in Hamburg einen neuen FSC-Waldstandard für Deutschland beschlossen. Dieser Standard wird nach seiner Anerkennung durch FSC International voraussichtlich zum Ende des Jahres 2016 Gültigkeit erlangen und dann zur Grundlage für die Waldwirtschaft auf 10 Prozent der deutschen Waldfläche.

In einem mehr als zweijährigen Überarbeitungsprozess wurde der FSC-Waldstandard durch den Richtlinienausschuss erarbeitet. Dieser Ausschuss ist mit jeweils zwei Vertretern aus den drei FSC-Kammern besetzt (Umwelt, Sozial, Wirtschaft). Im Zuge der Überarbeitung wurden drei öffentliche Anhörungen der Standardentwürfe durchgeführt, bei denen ca. 2.500 Kommentare von über 150 unterschiedlichen Organisationen eingereicht wurden.

Neuerungen im FSC-Standard 3.0
Für zertifizierte Forstbetriebe wurde der Waldstandard in vielen Bereichen so gestaltet, dass er in der täglichen Praxis leichter umsetzbar ist. So entsteht mehr Flexibilität bei der Auswahl von Baumarten, beim Umgang mit invasiven Arten, bei der Nutzung von Ast- und Kronenholz sowie beim Einsatz schwerer Maschinen im Wald. Im Sinne der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung, werden in zertifizierten Staatswäldern 10 Prozent der Waldfläche der natürlichen Entwicklung überlassen. Um die Anteile von heimischen, lichtliebenden Baumarten im Wald zu erhalten, können die Forstbetriebe zukünftig im Wald vereinzelt mehr Licht für die Entwicklung dieser Arten schaffen. Mit einem Hektar und dem Erhalt einer Kronendecke, bleibt die Fläche solcher Eingriffe jedoch streng begrenzt. Weiterhin steht der deutsche FSC-Standard für eine zurückhaltende Befahrung des wertvollen Waldbodens mit schweren Fahrzeugen. Auf 2/3 der Waldfläche gilt zukünftig, dass die sog. Rückegassen auf denen Fahrzeuge zur Ernte fahren dürfen einen Abstand von 40 m haben. Außerdem wird die Bürgerbeteiligung in zertifizierten Betrieben deutlich ausgedehnt. Vor allem im öffentlichen Wald erhalten Bürger deutlich mehr Mitspracherechtemöglichkeiten bei der Bewirtschaftung des Waldes. Menschen, die in der Holzernte tätig sind müssen einen ausreichenden Ausbildungsstand an der Motorsäge und künftig entsprechende Zertifikate nachweisen.

Klar bestätigt wurden die Regeln, dass der FSC in Deutschland auch in Zukunft für eine Waldwirtschaft ohne Pflanzenschutzmittel, Biozide und ohne Kahlschlag steht. Die tarifliche Entlohnung auch beim Einsatz externer Unternehmer sowie klaren Arten- und Biotopschutz z.B. im Rahmen eines Biotopholzkonzepts, das 10 Biotopbäume pro Hektar fordert.

FSC, 30.06.2016

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