Zum Schutz der Bergwälder: Jagd in Bayern wird intensiviert

Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF), verantwortlich für rund 80 Prozent der bayerischen Bergwälder der Alpen, werden ihre jagdlichen Anstrengungen in den besonders sensiblen Schutzwäldern deutlich erhöhen. “Die Jagd ist generell der Erfolgsgarant für das Aufwachsen von neuem Jungwald”, so Reinhardt Neft, zuständiger Fachvorstand der BaySF.

“Wir haben eine besondere Verantwortung für den Schutz und Erhalt des Bergwaldes und der Schutzwälder”, so Neft weiter. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse einer betriebsinternen Stichprobenaufnahme lassen im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Verbissbelastung durch Schalenwild erkennen. Diese Entwicklung war wegen der großen jagdlichen Anstrengungen der letzten Jahre nicht zu erwarten. So konnten im zurückliegenden Jagdjahr in der Regiejagd der sechs bayerischen Hochgebirgsforstbetriebe der BaySF mit über 9.000 Stück Schalenwild die bisherigen Abschusszahlen nochmals übertroffen werden.

Der nun erarbeitete Maßnahmenkatalog soll den Jagdbetrieb so optimieren, dass die Verbisssituation im Bergwald verbessert wird. Das jagdliche Maßnahmenpaket wird ab 1. September 2008 von den betroffenen Forstbetrieben der Bayerischen Staatsforsten umgesetzt. Kernstück dieses Katalogs ist die Einteilung der Jagdflächen in Zonen unterschiedlicher Bejagungsintensität.
In der Zone 1, dies sind im Wesentlichen die Sanierungsgebiete, wird die Bejagung weiter verschärft. Beispielsweise sollen hier erfahrene, leistungsfähige und ortskundige Jägerinnen und Jäger Reh, Hirsch und Gams kostenlos bejagen können. Die Zone 2 umfasst die übrigen Flächen des Bergwaldes. Auch hier ist eine natürliche Verjüngung des Bergwaldes durch die Jagd sicherzustellen. In Gamshabitaten oberhalb der Waldgrenze (Zone 3) wird die Jagd extensiviert, soweit keine Beeinträchtigung von Schutzwald und Sanierungsflächen zu erwarten ist. Bei der Zonierung werden auch wildbiologische Aspekte durch die örtlich zuständigen Forstbetriebe der BaySF beachtet. Nach einer ersten Phase in der Hauptjagdzeit bis Dezember wird die Wirksamkeit des neuen Konzepts evaluiert.

10.09.08; Bayrische Staatsforsten

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