Zentrum-Nachhaltigkeit-Wald im Steigerwald

„Zentrum-Nachhaltigkeit-Wald“ wird im unterfränkischen Handthal errichtet

Das im Steigerwald geplante „Zentrum-Nachhaltigkeit-Wald“ wird in der unterfränkischen Gemeinde Oberschwarzach errichtet. Das hat das Bayerische Kabinett am Dienstag auf Vorschlag von Forstminister Helmut Brunner beschlossen. Im Ortsteil Handthal, schon jetzt ein beliebtes regionales Ausflugsziel, soll laut Brunner in den nächsten Jahren ein bundesweites Vorzeigeprojekt zum Thema nachhaltige Waldbewirtschaftung entstehen.

„Wie kein anderer Ort im Steigerwald bietet Handthal die Chance für einen Schulterschluss über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg“, so Brunner. Dies sei unabdingbar für einen dauerhaft erfolgreichen Betrieb der Einrichtung, die wertvolle Entwicklungsimpulse für die gesamte Region leisten soll. Geplant ist dem Minister zufolge „ein attraktives Informations- und Erlebniszentrum mit spannenden Angeboten, die den Wert und die Notwendigkeit nachhaltiger Forstwirtschaft vermitteln“. Das benachbarte oberfränkische Ebrach mit seiner bekannten Zisterzienser-Abtei soll über ergänzende Projekte eng in das Gesamtkonzept eingebunden werden. Dort wird als Besuchermagnet etwa ein innovativer Baumwipfelpfad verwirklicht. Damit die gesamte Region Steigerwald von der Initiative profitieren kann, wird derzeit im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative Leader ein Netzwerkprojekt vorbereitet, das die Umsetzung weiterer Vorhaben ermöglichen soll.

Der Entscheidung vorausgegangen war laut Brunner die Prüfung zahlreicher Standortvarianten anhand von Bewertungskategorien wie Erreichbarkeit, Naturumgebung oder lokalem Engagement. „Wir haben mit Handthal einen aus fachlicher Sicht ausgezeichneten Standort gefunden, der breite regionale Akzeptanz findet und viele umliegende Gemeinden und Landkreise partizipieren und profitieren lässt“, so Brunner. Bereits jetzt hätten drei umliegende Landkreise und acht Kommunen erklärt, sich in dem jetzt zu gründenden Trägerverein zu engagieren. Auch die Bayerischen Staatsforsten und die Forstverwaltung werden sich beteiligen. Insgesamt erwartet der Minister eine möglichst breit aufgestellte Kooperation aus Kommunen, regionalen Akteuren, Förderern und weiteren Interessierten. Brunner: „Nur so wird das neue Zentrum ein echtes Gemeinschaftsprojekt der Region.“

Als Anschubfinanzierung stellt der Freistaat für das Vorhaben rund drei Millionen Euro bereit. Damit können die Gebäude in Handthal errichtet werden. Der laufende Betrieb wird vom Trägerverein finanziert. Mögliche ergänzende Netzwerk-Projekte können bei entsprechendem regionalen Engagement mit mehreren Fördermillionen über das Leader-Programm rechnen. Den Baumwipfelpfad in Ebrach soll – ähnlich wie bei vergleichbaren Anlagen im Allgäu und im Bayerischen Wald – ein privater Investor errichten und betreiben. Die Fläche dafür stellt der Freistaat zu attraktiven Rahmenbedingungen zur Verfügung. Eröffnet werden soll das „Zentrum-Nachhaltigkeit-Wald“ mit möglichst vielen Begleitprojekten bereits 2013 – dann nämlich feiert das aus der Forstwirtschaft stammende Nachhaltigkeitsprinzip seinen 300. Geburtstag.

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