„Wildpflanzen für die Küche”

Ein Feuerwerk der Genüsse

Welche Wildpflanzen stecken hinter den Namen Guter Heinrich, Lauchhederich oder Vogelmiere? Wussten Sie, dass etwa gebratener Beinwell köstlich nach Seezunge schmeckt, junge Brennnesseltriebe, zu Butter verarbeitet, den Appetit anregen und die Hagebutte dreißig mal mehr Vitamin C als die Zitrone besitzt? Und dass die Blätter der meisten Wildpflanzen neben Calcium und Eisen reich an hochwertigen Eiweißen sind und Heilkräfte besitzen?
buchtip-WildpflanzenVon den 12.000 europäischen Pflanzenarten sind weit mehr Pflanzen genießbar, als gemeinhin bekannt ist. Aber damit nicht genug. „Geruch und Beschaffenheit der Wildpflanzen sind so facettenreich, dass sich unseren Sinnen ein wahres Feuerwerk an den verschiedensten Genüssen bietet, sagt der promovierte Ethnobotaniker und Überlebenstrainer François Couplan.

In seinem Buch „Wildpflanzen für die Küche” informiert er über die allgemeine Bedeutung der Wildpflanzen als Gaumenschmaus, Nährstoff- und Heilquelle, erstellt 55 individuelle Pflanzenporträts und gibt Sammeltipps. Dabei würzt er seine Ausführungen nicht nur mit zahlreichen farbigen Abbildungen sondern auch mit leckeren Rezepten von eigener Hand oder aus der Küche des Wildpflanzenkochs Jean-Marie Dumaine.

Das schlanke Werk ist übersichtlich aufgebaut: Die einzelnen Pflanzenporträts folgen einander in alphabetischer Reihenfolge – leider nach ihrer lateinischen Bezeichnung. Sie lassen sich aber mittels des Pflanzenverzeichnisses am Buchende auch über den deutschen Namen auffinden. Dabei besteht jedes Porträt aus knappen, präzisen Angaben zu botanischem Namen, Standort, Aussehen, Inhaltsstoffen, Heilkraft und Verwechslungsgefahren. Ein bis zwei schnell zuzubereitende Rezepte wie Bärlauchsauce oder Schafgarben-Rührei runden das jeweilige Porträt ab. Eine Kurzübersicht im Anhang ergänzt die Pflanzen-Beschreibungen um weitere 20 Pflanzen.

„Wildpflanzen für die Küche” richtet sich an alle, die ihre Küche um wertvolle und aromatische Pflanzen bereichern wollen. Es will überdies dazu anregen, dass wir eine neue Einstellung zu den „Unkräutern” in unseren Gärten bekommen und sie nicht unbedacht vernichten. So kommen wir zum einen in den Genuss, die köstlichen Triebe des Geißfußes oder die Blätter der Gänsedistel zu kosten. Auf der anderen Seite gewinnt die Natur wieder ein Stück Land für sich zurück.

François Couplan: „Auch unsere Kinder möchten all das entdecken, was ihnen die Natur bieten kann, und sie sind bereit, wieder ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur herzustellen. Es liegt nur an uns!”
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Literaturhinweis: François Couplan, Wildpflanzen für die Küche – Botanik und Sammeltipps mit Rezepten von Jean-Marie Dumaine, aus dem Französischen übersetzt von Petra Wucher, AT Verlag, 3. Auflage 2003, 144 Seiten, 99 Farbfotos, gebunden, ISBN 3-85502-942-3, Preis: EUR 22,90.

Gisela Baudy
Freie Journalistin

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