Weißtanne kehrt zurück

Weißtanne kehrt in den Stollberger Stadtwald zurück

Die erzgebirgische Kreisstadt Stollberg verfügt über 270 Hektar Wald, der nicht nur Wirtschaftsfaktor, sondern auch Erholungsgebiet für die Einwohner der Stadt ist.

Förster und Tanne

Historisch bedingt sind die Waldflächen im Erzgebirge, so auch der Stadtwald, von der Fichte geprägt. Ursprünglich prägten aber Buchen, Eichen und Tannen dieses Gebiet, so dass sich das Land Sachsen wie auch die Stadt Stollberg zu einer Rückkehr zur natürlichen Vegetation entschlossen. Die ökologische Stabilität sowie die hohe Artenvielfalt (Biodiversität) waren Anlass zu dieser Entscheidung.

Die Weißtanne gehörte im Erzgebirge mit etwa 30 % Anteil einst zu den häufig vertretenen Baumarten. Was liegt also näher, als diese einzige heimische Tannenart wieder anzubauen und somit in unseren Wäldern zu erhalten? Sachsen hat bereits seit Anfang der 90er-Jahre ein Programm zur Wiedereinbringung der Weißtanne auch unter dem Aspekt des Artenschutzes aufgelegt. Das bedeutet, in der forstlichen Planung wurde die Tanne auf dafür geeigneten Standorten als Verjüngungsbaumart vorgesehen.
Im Dezember des Jahres 2005 hatte ein starker Sturm in den Fichtenalthölzern des Stadtwaldes erhebliche Schäden verursacht und einige Lücken hinterlassen. Nachdem im Frühjahr das Schadholz beseitigt war, bot es sich an, diese aufgelichteten Bestandespartien für die Waldverjüngung (Pflanzung) zu nutzen. Unter dem Schutz der noch vorhandenen Altfichten finden die Weißtannen ideale Voraussetzungen für ein gutes Heranwachsen.
Die Stadt Stollberg nahm das Angebot der Unterstützung dieser außerplanmäßigen Pflanzung durch Bronchicum und Unternehmen Wald dankend an, besonders weil zusätzliche Eigenmittel kaum zur Verfügung standen.

Das notwendige Pflanzmaterial lieferte die Versuchsbaumschule des Staatsbetriebes Sachsenforst in Pirna, und ein ortsansässiges Forstunternehmen übernahm die Pflanzung im September 2006. Die fachliche Anleitung lag dabei in den Händen von Frieder Flechsig, Revierleiter für das Revier Zwönitz im Forstbezirk Chemnitz.
Da die Weißtanne besonders für das Rehwild einen ausgesprochenen „Leckerbissen“ darstellt, konnte auf einen Wildschutzzaun nicht verzichtet werden.

Mit der Pflanzung der 1.500 Weißtannen ist ein weiterer Schritt in Richtung eines artenreichen und leistungsstarken Waldes, der auch den Stollberger Bürgern in vielerlei Hinsicht zu Gute kommt, getan.

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