Waldzustandsbericht 2007 –
Deutschlands Wälder sind noch immer krank

Der Waldzustand in Deutschland hat sich 2007 gegenüber dem Waldzustandsbericht 2006 nur leicht verbessert. Noch immer sind über zwei Drittel der Bäume krank. Der Eiche geht es nach wie vor sehr schlecht. Dies geht aus den Ergebnissen dem Waldzustandsbericht 2007 hervor.

Im Jahr 2004 war es als Folge des extrem heißen und trockenen Sommers 2003 zum Höchststand der Kronenverlichtungen gekommen: 31 % der Bäume zeigten damals deutliche Schäden. Seitdem hat sich der Wald langsam erholt. 2007 betrug der Anteil der deutlichen Schäden noch 25 %; Keine Kronenverlichtung zeigten 30 % der Bäume, 45 % dagegen wiesen eine leichte Kronenverlichtung auf. Die Grafik zeigt die einzelnen Schadstufen bei unseren Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche.

Wie werden die Schädigungen am Baum durch Waldschäden klassifiziert

Waldschäden lassen sich an der Verlichtung der Baumkronen und an Vergilbungen der Nadeln bzw. Blätter erkennen. Die Erfassung der Waldschäden basiert daher auf einer Bewertung der Baumkronen. Jede Krone ausgewählter Probebäume in einem bestimmten Stichprobennetz wird genau beobachtet und bewertet. Die Bewertung und Klassifizierung jedes einzelnen Probebaumes erfolgt einerseits anhand des Nadel- bzw. Blattverlustes und andererseits anhand der Vergilbung der Nadeln bzw. Blätter.

Es gibt insgesamt fünf Schadstufen:
Schadstufe 0: Nadel- / Blattverlust bis 10 %;
Schadstufe 1: Blattverlust von 11 – 25 % = schwach geschädigt
Schadstufe 2: Blattverlust 26 – 60 % = deutlich geschädigt
Schadstufe 3: Blattverlust 61 % und mehr = deutlich geschädigt
Schadstufe 4: 100 %

waldzustandsbericht 2007
Gesamtwaldbericht: Die Schädigungen von Fichte, Kiefer, Buche und Eiche in Prozent. Der Eiche geht es am schlechtesten. (Nutzung der Grafik ist nur durch einer Verlinkung zu www.wald.de erlaubt)

Folgende Tendenzen kann man feststellen:

  • die Eiche ist in allen Bundesländern am stärksten geschädigt. Im Süden ist sie der am stärksten geschädigte Baum. In BaWü sind 69% stark geschädigt, 60% in Thüringen, in den restlichen Bundesländern jeweils die Hälfte der Bäume.
  • die Buche hat sich zum Teil stark verbessert; in Bayern und Baden-Württemberg haben die hohen Werte bis zu 17% auf 28% bzw. 44% abgenommen.
  • die Kiefer zeigt die größten Spannen zwischen den Bundesländern; in Sachsen-Anhalt ist sie zu 98% gesund, im Saarland zu 62% geschädigt. Sie ist bundesweit der gesündeste Baum.
  • Allgemein sind die Schäden im Süden stärker als im Norden und im Westen stärker als im Osten. Die höchsten Schäden liegen im Saarland (43%), Baden-Württemberg (40%), Hessen (36%) und Thüringen (35%).

Ursachen für die Waldschäden:
Es sind vor allem die Stickstoffverbindungen und Säuren aus dem Autoverkehr, der Massentierhaltung aus der konventionellen Landwirtschaft und der Industrie, die für die Waldschäden verantwortlich sind. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels. Die genaue Wirkungsweise der Schadstoffe auf den Wald erfahren Sie unter der Rubrik “Waldschäden”.

Große Sorgen bereiteten den Forstleuten vor Jahresfrist die Schäden durch den Sturm “Kyrill”, dem in ganz Deutschland ca. 37 Mio. m3 Holz zum Opfer gefallen waren. Die großen Sturmholzmengen, hohe Ausgangsbestände an Borkenkäfern und die ungewöhnlich warme und trockene Witterung im April ließen eine Massenvermehrung des Borkenkäfers befürchten. Die rasche Aufarbeitung des Sturmholzes und das im weiteren Jahresverlauf überwiegend nasse Wetter konnten dieses weitgehend verhindern.

Was sonnenhungrige Menschen am Sommer 2007 störte, tat dem Wald gut: reichlich Regen sorgte für eine gute Wasserversorgung der Bäume, und auch die Belastung mit dem für Pflanzen in hoher Konzentration schädlichen Ozon war 2007 wetterbedingt geringer als in anderen Jahren.

Die Bundesregierung wird künftig, neben jeweils aktuellen Informationen, einmal pro Legislaturperiode umfassend über den Zustand der Wälder, über die Forst- und die Holzwirtschaft berichten. Damit wird ein Beschluss des Deutschen Bundestages vom 8. November 2007 umgesetzt. Der neue Waldbericht der Bundesregierung soll noch in dieser Legislaturperiode vorgelegt werden und auch Informationen zum Waldzustand enthalten.

….

Werbung
Geld anlegen in ökologische Geldanlage

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS  Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack  URI

Sorry, the comment form is closed at this time.

rssRSS
Powered by WordPress