Vom Steakhaus ins Treibhaus

„Bis zu 30 Prozent des weltweiten Klimawandels gehen auf das Konto der Landwirtschaft. Das ergab eine Studie des Agrarwissenschaftlers Harald von Witzke von der Berliner Humboldt-Universität.
Von Witzke untersuchte im Auftrag des WWF die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Weltklima.

Zum einen produzieren landwirtschaftliche Nutztiere große Mengen des Klimagases Methan, zum anderen beeinflussten auch der hohe Energie- und Wasserverbrauch, die Herstellung und
Verwendung von Dünger, die übermäßige Beweidung sowie Brandrodungen für Weideland das Klima.
In Deutschland verursache der Agrarsektor bis zu elf Prozent des Klimaeffekts. Weltweit seien es 14 Prozent, ebenso viel wie der Beitrag der Industrie oder des Verkehrs. Rechne man die Brandrodung zur Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen dazu, steige der Anteil auf über 30 Prozent. Zum einen produzierten landwirtschaftliche Nutztiere große Mengen des Klimagases Methan, zum anderen beeinflussten auch der hohe Energie- und Wasserverbrauch, die Herstellung und Verwendung von Dünger, die übermäßige Beweidung sowie Brandrodungen für Weideland das Klima.

Damit sei die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftsbereich mit Klimafolgen. Deshalb muss aus Sicht der Wissenschaft und der Umweltorganisation der Klimaschutz in die Landwirtschaftspolitik integriert werden. Von Witzke empfiehlt marktwirtschaftliche Instrumente, um den Ausstoß von agrarbedingten Treibhausgasen zu reduzieren. Zunächst könnten die Emissionen besteuert werden, langfristig sei es sinnvoll, die Landwirtschaft in den Emissionshandel einzubeziehen. Das Einsparpotenzial sei enorm, so der Wissenschaftler. Nach seiner Rechnung kann die Landwirtschaft bis 2020 bis zu 50 Prozent weniger klimaschädliche Gase produzieren als im Jahr 1990. Es bestehe aber dringender Handlungsbedarf: Methan ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen 21-mal und Lachgas sogar 310-mal so klimawirksam wie Kohlendioxid. Nun ist die Politik gefordert. Ab Mitte 2008 wird in Brüssel der EU-Haushalt, darunter auch die Agrarförderpolitik, neu verhandelt.

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