Nicht zertifiziertes Tropenholz in deutschen Baumärkten

Greenpeace veröffentlicht Recherche zu Tropenholz in deutschen Bau- und Holzmärkten

8. Mai 2008 – Bundesweit werden in Baumärkten und Holzhandlungen Produkte aus illegaler Urwaldabholzung verkauft. Das ist das Ergebnis einer Recherche, die Greenpeace in den vergangenen drei Monaten im deutschen Holzhandel durchgeführt hat. Die in 700 Geschäften gefundenen Produkte aus beispielsweise Teak, Bangkirai oder Akazie stammen zu großen Teilen aus Urwaldraubbau sowie Plantagen, für die Urwald zerstört wurde.

“Nur ein europaweites Urwaldschutzgesetz kann verhindern, dass die letzten tropischen Regenwälder Amazoniens und Indonesiens als billige Holzwaren verkauft werden”, sagt Corinna Hölzel, Urwaldexpertin von Greenpeace. “Von Liegestühlen bis Fensterrahmen – der deutsche Holzhandel bietet das ganze Sortiment aus Urwaldzerstörung an. Deutschland trägt damit einen erheblichen Teil zur weltweiten Urwald- und Klimazerstörung bei.”

Produkte und Holzarten
Das meiste Tropenholz haben die Holzdetektive von Greenpeace bei Bodenbelägen wie Parkett, Dielen und Terrassenböden gefunden. Auch für Möbel und Gartenmöbel wird oft Tropenholz ohne Nachhaltigkeitszertifikat verwendet. Die am häufigsten entdeckten Holzarten aus Urwaldzerstörung sind Teak, Merbau und Jatoba, gefolgt von Wengé und Bangkirai. In Deutschland bieten vor allem die Firma HolzLand und die Baumärkte Hammer und Hagebau unzertifiziertes Tropenholz an. Nur das von allen Umweltverbänden anerkannte Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) garantiert Holzprodukte aus ökologisch und sozial gerechter Waldwirtschaft. (Mehr Informationen zur Zertifizierung von Holz)

Freiwillige Abkommen
Die Europäische Union setzt mit dem Wald-Aktionsplan bisher nur auf freiwillige, bilaterale Verhandlungen mit einzelnen Entwicklungsländern. Zwar wird derzeit eine neue Gesetzesvorlage von der EU-Kommission ausgearbeitet, die diese freiwilligen Abkommen ergänzen soll. Aber die deutsche Bundesregierung unterstützt diese Initiative für ein Urwaldschutzgesetz bislang nicht. “Als Gastgeberin des UN-Urwaldgipfels in Bonn erwarten wir auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Engagement gegen die illegale Ausbeutung der Urwälder”, sagt Hölzel.

Auswirkungen illegaler Holzeinschlag
Der illegale Einschlag ist verantwortlich für Korruption, Menschenrechtsverletzungen sowie organisierte Kriminalität in den Urwaldländern und sorgt für enorme Umweltprobleme. Seltene Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum und der in den Wäldern gespeicherte Kohlenstoff gelangt als klimaschädliches Kohlendioxid in die Atmosphäre. Ein Fünftel der globalen Treibhausgasemissionen stammt aus der Zerstörung von Urwaldgebieten.

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