Schäden durch die Kastanienminiermotte – Fernsehbericht auf Hamburg1

Die Rosskastanien-Miniermotte sorgt auch in diesem Jahr wieder für einen frühzeitigen Laubfall bei der Kastanie. Nach Erkenntnissen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Lv. Hamburg (SDW) hat sich der Befall der Kastanien nach einem leichten Rückgang im vergangenen Jahr in diesem Jahr erneut ausgebreitet.
Fernsehbericht bei Hamburg1 mit der SDW

Die warmen Temperaturen sorgten in den vergangenen Tagen für Hochsaison in den Biergärten. Im Schatten von Kastanien, dem charakteristischen Biergartengewächs, schmeckte den Gästen das Bier besonders gut. Doch was ist das? Das grüne Laub der Kastanie ist braun verfärbt und wirkt welk. Keine Angst: Noch ist der Herbst in weiter Ferne. Für herbstlich wirkende Kastanienbäume sorgt die Miniermotte, die sich genüsslich durch die Blätter frisst.

Die Rosskastanie
Besonders betroffen von der Miniermotte ist die weiß blühende Rosskastanie (die bei uns bekannte Kastanie). Ihre ursprüngliche Heimat sind die Berg- und Schluchtwälder des Balkans. Etwa seit dem 16. Jahrhundert ist sie auch in Europa anzutreffen. Ihren wunderschönen Blüten hat sie es zu verdanken, dass sie in vielen Städten Straßen, Parks und Gärten ziert und aus Biergärten kaum noch wegzudenken ist. Ein besonderer Anblick: ihr leuchtend goldgelbes Laub im Herbst.

Schade: Schädlinge zerstören das Laub
Mitte der 80er Jahre wurde in Mazedonien ein bis zu diesem Zeitpunkt unbekannter Kleinschmetterling, später als Miniermotte bezeichnet, entdeckt. Seine Larven leben in den Blättern der Kastanie. Anfang der 90er Jahre gab es erste Berichte über das Auftreten der Schmetterlinge in Deutschland. Inzwischen haben sich die Schädlinge deutschlandweit ausgebreitet und fressen sich genüsslich durch das Laub. Heute gilt der Larvenfraß als Hauptursache für vorzeitige Blattverfärbungen und Blattabfall bei der Kastanie.

Merkmale – so erkennen Sie den Schädling
Erste Anzeichen werden im Frühjahr sichtbar, wenn die Miniermotte ihre Eier auf der Blattoberseite abgelegt hat. Die weißlich-transparenten, etwa 0,4 Millimeter großen Eier sind anfangs kaum erkennbar. Sind die Larven nach drei bis vier Wochen geschlüpft, bahnen sie sich unter der Blatthaut ihren Weg. In Gängen, sogenannten Minen, fressen sie sich durchs Blatt. Auf der Oberseite des Blattes entsteht eine kurze Strichmine. Wächst die Larve, erweitern sich gleichzeitig die Minen. Hält man das Blatt ins Gegenlicht, erkennt man die Larven jetzt deutlich. Zur Verpuppung legen die Larven einen Kokon an. Er ist transparent und wird sichtbar, wenn man die Oberhaut des Blattes entfernt.

Was passiert?
Fressen sich die Larven durch Ober- und Unterhaut eines Blattes, verzehren sie dabei gleichzeitig das innere Gewebe des Blattes. Sind die Kastanienblätter stark befallen, verfärben sie sich (rot-)braun. Von den Blatträndern aus verkrümmen sie sich nach innen und vertrocknen. Das führt dazu, dass befallene Kastanien bereits vorzeitig ihr Laub verlieren. Bisher haben die Schäden nicht zum Absterben der Bäume geführt. Es besteht aber die Gefahr, dass die geschwächten Bäume von Wurzelpilzen befallen werden, was dann zum Absterben führen könnte.

Maßnahmen – SDW gibt Tipps bei Miniermotten-Befall
“Die wirksamste und umweltfreundlichste Methode ist nach wie vor,” so Jan Muntendorf, Diplom-Forstingenieur bei der SDW in Hamburg, “das herab gefallene Laub schnellstens abzutransportieren oder es vor Ort mit Sand oder Gras abzudecken.” So verhindere man, dass sich die Motteneier zu Larvenweiterentwickelten. “Wenn Sie diese Maßnahmen befolgen”, so Muntendorf, “ist deutlich zu erkennen, dass der Mottenbefall zurückgeht.” Tipps zur umweltgerechten Entsorgung gibt die Stadtreinigung.

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