Regenwaldzerstörung nach wie vor katastrophal

Nirgendwo auf der Welt schreitet die Waldzerstörung so rasant voran wie in Asien. Allein in Indonesien fielen zwischen 1990 und 2005 insgesamt 28 Millionen Hektar Wald Flammen und Kettensägen zum Opfer.

20% des CO2-Ausstoß aus Waldverbrennung
Die Folge treffen jedoch nicht nur die dort lebenden Menschen und Tiere, wie etwa Orang-Utans, Elefanten oder Sumatra-Tiger. In der heute veröffentlichten WWF-Studie „Wälder in Flammen“ wird auch vor den verheerenden, globalen Auswirkungen gewarnt. „Jede Form der Waldvernichtung, insbesondere die Brandrodung, ist ein Klimakiller“, warnt WWF-Tropenwaldexperte Markus Radday. Wälder speichern etwa die Hälfte des auf der Erde gebundenen Kohlenstoffs. Bis zu zwanzig Prozent des Kohlendioxidausstoßes sei auf Rodung zurückzuführen.

26 Hektar pro Minute vernichtet
Pro Minute werden auf der Welt etwa 26 Hektar Wald vernichtet. Dies entspricht etwa der Fläche eines knapp 8 Kilometer langen Abschnittes einer 3-spurigen Autobahn. Die Waldvernichtung würde auf einer entsprechenden Autobahn mit knapp 500km/h voranschreiten. Schneller als jeder Ferrari!,“ sagt Dr. Uwe Sayer, Geschäftsführer der FSC Arbeitsgruppe Deutschland.

Indonesien hat drittgrößten CO2-Ausstoß
„Bedingt durch Waldbrände und Waldrodungen hat Indonesien den weltweit drittgrößten CO2-Ausstoß, nach den USA und China“, erklärt Markus Radday. Die aktuelle Studie des WWF zeigt, dass allein in der indonesischen Provinz Riau (Sumatra) zwischen 1990 und 2007 insgesamt 3,66 Milliarden Tonnen CO2 durch Waldzerstörung und Änderung der Landnutzung freigesetzt wurden. Davon lassen sich 1,17 Milliarden Tonnen CO2 der Brandrodung zuschreiben, 1,39 Milliarden Tonnen CO2 wurden durch brennende Torfböden freigesetzt. Die treibende Kraft hinter dieser ökologischen Katastrophe ist die Zellstoff- und Palmölindustrie. Letztere boomt aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Biokraftstoffen. „Die Palmölproduktion in Indonesien ist bisher extrem klimaschädlich“, hält Markus Radday fest.

Brandstifter Mensch
Die Waldbrände in Indonesien sind so gut wie immer von Menschen verursacht. Der Raubbau erfolgt meist in zwei Schritten: Erst werden die wertvollen Devisenbringenden Holzarten für den Handel eingeschlagen, dann wird die restliche Vegetation gerodet und verbrannt, um die Flächen freizumachen für Plantagen aus Ölpalme und schnellwachsenden Baumarten für die Papier- und Zellstoffindustrie. In Trockenperioden entstehen dann riesige unkontrollierte Flächenbrände. Bereits 2008 oder 2009 könnte „El Niño”, der etwa alle 10 Jahre auftritt (zuletzt 1997/1998), die Trockenperiode und damit die Waldbrände zusätzlich verschärfen.

Palmöl größtenteils kein vernünftiger Biosprit
Die Industrie kommt ihrer Verantwortung nach Ansicht des WWF beim Brandmanagement nicht im notwendigen Maße nach. „In Indonesien sind vor allem die Holz-, Papier-, Zellstoff- und Palmölindustrien gefordert. Und die vertreiben ihre Produkte natürlich auch in Deutschland“, sagt Markus Radday. Konsumenten rät er bei Holz- und Papierprodukten nur solche mit FSC-Zertifikat zu kaufen, da nur dieses eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung garantiert. Der WWF fordert bei der Verwendung von Palmöl ebenfalls strenge Regelwerke und Standards für einen nachhaltigen Anbau. Nur solche Plantagen, die auf Rodung verzichten und nach den Kriterien des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) betrieben werden, wären ökologisch und sozial sinnvoll und könnten eine positive Klimabilanz aufweisen. Allerdings gibt es bisher weltweit nur eine einzige Plantage die nach den vereinbarten Kriterien bewirtschaftet wird. „Solange es auf diesem Sektor keine wesentliche Verbesserung gibt, die durch Zertifizierung nachgewiesen wird, macht Palmöl als Biokraftstoff keinen Sinn“, erklärt WWF-Experte Radday abschließend.

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