Orkan “Kyrill” – Nicht den Wald betreten

Nach Orkan “Kyrill”: Förster und Waldbesitzer bundesweit mit Aufräumarbeiten beschäftigt
Bevölkerung wird gebeten, den Wald nicht zu betreten

Orkantief “Kyrill” hat in weiten Teilen Deutschlands mit Spitzengeschwindigkeiten von über 200 km/h zu Baumwürfen und Sachschäden geführt. Die Bevölkerung wird von den Landesforst- verwaltungen dringend gebeten, in den nächsten Tagen nicht in den Wald zu gehen. Dort besteht Lebensgefahr wegen weiterer umfallender Bäume und herabstürzender Äste.

Forstleute und Waldbesitzer sind seit Freitagmorgen mit Aufräumarbeiten an zahlreichen Land- und Kreisstraßen, vorwiegend in den Hochlagen der Mittelgebirge, befasst. Danach werden Waldwege freigeschnitten, um Zugang in die Wälder zu erhalten und den tatsächlichen Schadensumfang erfassen zu können. Als nächstes werden die Waldarbeiter mit der Aufarbeitung der Bäume beginnen, um das Holz möglichst frisch aus dem Wald zu bringen.

Es wird insbesondere in den Mittelgebirgen mit einem erheblichen Anfall an Sturmholz gerechnet. Aus den Mittelgebirgslagen berichten die Forstämter von Windwurf und -bruchschäden. Neben Einzelwurf sind auch Windwurfflächen erkennbar. Das Ausmaß der Stürme “Vivian” oder “Wiebke” aus dem Jahr 1990 dürfte – zumindest in Hessen – jedoch nicht erreicht werden. Die ersten Eindrücke aus NRW zeigen Schadens-Schwerpunkte im Sieger- und Sauerland. In einzelnen Regionen wird hier jedoch der von “Vivian” und “Wibke” verursachte Schadenumfang erreicht oder teilweise auch überstiegen werden.

In Thüringen sind regional vor allem die Kammlagen des Thüringer Waldes mit der Hauptbaumart Fichte betroffen, während andere Regionen offensichtlich glimpflich davon kamen. Nach ersten Hochrechnungen sind thüringenweit mehrere Hunderttausend Festmeter Wurf- und Bruchholz zu erwarten, wobei wahrscheinlich mehr als 500.000 Festmeter Schadholz zu beklagen sein werden. Bis zu 600.000 Festmeter Holz sind nach bisheriger Kenntnis in Rheinland-Pfalz vom Orkan “Kyrill” gefällt worden. Geschädigt wurden insbesondere ältere Fichtenbestände und zwar insbesondere in den Hochlagen in Hunsrück, Eifel und Westerwald.

Wegen der aktuell starken Nachfrage nach dem Rohstoff Holz wird mit einer zügigen Aufnahme der angefallenen Holzmengen seitens der Säge- und Holzindustrie gerechnet.

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