Nasskalter Sommer
– ein Segen für den Wald

Kühle und feuchte Temperaturen halten Schädlinge in Schach und füllen den Wasserspeicher

Hamburg unter Wasser, Graupelschauer auf dem Brocken, Hagel-Unwetter in Trier und auch im Saarland scheint eher der Herbst vor der Tür zu stehen als dass der Sommer beginnt. Der momentane Temperatursturz (der Monat Juni lag trotzdem 1,9 °C über dem langjährigen Durchschnitt), gepaart mit sintflutartigen Regenfällen ist ein Glück für den Wald.

Denn gerade jetzt würden einige der schlimmsten Schadorganismen zur Hochform auflaufen. Doch das schlechte Wetter passt dem Borkenkäfer überhaupt nicht. Er braucht zwanzig Grad zum Schwärmen und das über mehrere Tage. Unter der Rinde der von ihm getöteten Bäume harrt er nun aus und wird in vielen Fällen das Opfer von Räubern (z.B. Ameisenbuntkäfer) und Parasiten.

Ein weiteres zunehmend als Schädling auftretendes Insekt kommt immer mehr in die Gänge, hierbei handelt es sich um den Eichen-Prachtkäfer. Dieses Tier profitiert ebenfalls von der Erwärmung und kann bei einer starken Vermehrung erhebliche Schäden an Eichen hervorrufen. Auch er mag keine Temperaturstürze – zum Glück für den Wald.

So wie das kühl regnerische Wetter auf der einen Seite die Insektenpopulationen negativ beeinflusst, so positiv beeinflusst es den Wasserhaushalt der Wälder und so auch die Wasserversorgung unserer Waldbäume, für Buchen und Fichten ein Segen. Denn gerade unter Wassermangelstress geratene Bäume sind ein gutes Angriffsziel der vorgenannten Schadinsekten. Die Wetterkapriolen begünstigen zurzeit die Bäume in zweierlei Hinsicht: Einmal halten sie die Massenvermehrung von Schädlingen zurück und zum anderen sorgen sie für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Auch wenn für viele Menschen dieses Sommerwetter zum Abwinken ist, so ist es trotzdem ein Glück für den Wald und deshalb auch für uns.

Kalt und nass
– das mögen Borkenkäfer gar nicht!

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