Mehr Eiben für den Münchner Stiftungswald

Bronchicum und die Stiftung Unternehmen Wald unterstützen die Wiedereinbürgerung der Eibe im Forst Kasten

Das Revier Forst Kasten liegt im Südwesten von München und ist durch ausgedehnte Fichtenreinbestände geprägt. Artenarmut und geringe Stabilität gegenüber Borkenkäfern und Windwurf zeichnen die Monokulturen aus, weshalb der Umbau zu Mischbeständen seit vielen Jahren im Gange ist. Dazu werden unter die Altfichten junge Buchen und Eichen gepflanzt.
Eine weitere Baumart, die in vielen Teilen des Landes schon fast vergessen ist, ist die Eibe. Aufgrund ihrer Seltenheit fällt sie unter die Bundesartenschutzverordnung und steht auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Arten. Ursprünglich war auch sie im Forst Kasten heimisch, ist aber wie fast überall in Mitteleuropa, aufgrund historischer Waldnutzung (Übernutzung, Beweidung, gezielter Aushieb der Eibe wegen Giftigkeit für Weidetiere) völlig verschwunden.
Die Eibe ist durch ein sehr langsames Wachstum und eine niedrige Wuchshöhe gekennzeichnet. Sie wird maximal 20m hoch, erreicht aber mit fast 1000 Jahren ein biblisches Alter. Aus Gründen des Artenschutzes und zur Erhöhung der biologischen Vielfalt, war es für die Forstleute oberstes Gebot, die Eibe in den Wäldern um München wieder einzubürgern.

Eibenpflanzung durch Bronchicum
Förster Josef Wöhrle und Sebastian Werner vom LBV

Mit Unterstützung von Bronchicum machte sich der Landesbund für Vogelschutz e.V. auf die Suche nach geeignetem Pflanzmaterial. Dabei spielt die Herkunft der Pflanzen eine besondere Rolle, denn Eiben aus norddeutschen Gebieten sind für die süddeutschen Klimabedingungen nicht gut geeignet. Nach langem Suchen wurden 1000 Eiben aus regionaler Herkunft eingekauft und an einem schneereichen Novembertag dem Revierförster Josef Wöhrle vom Forst Kasten übergeben.
Seine Waldarbeiter machten sich sogleich auf und pflanzten mit geübter Hand die Jungeiben an einem Tag. Neben den Eiben wurde mit Unterstützung von Bronchicum auch die heimische Weißtanne gepflanzt, die ebenfalls nur sehr selten im Forst Kasten anzutreffen ist. Auch sie war hier einst heimisch, wurde aber im Zuge der Waldumwandlung vor hundert Jahren durch die Fichte ersetzt.
Es wird eine Weile dauern, bis ein stabiler Mischwald zu erkennen ist, aber wie heißt es doch gleich so schön: „Gut Ding will Weile haben“.

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