Lateinamerikanische NGO`s fordern Verzicht auf Biokraftstoffe

Hamburg – Während die Europäer ihre Autokultur festigten, hätten die Menschen in den südlichen Ländern immer weniger Fläche zum Anbau von Nahrung. “Wir werden darauf angewiesen sein, unsere Ernährung über Importe zu sichern.”, heißt es in einem offenen Brief an das Europäische Parlament, die Europäische Kommission sowie die Regierungen und Bürger der gesamten EU, der am Freitag vom World Rainforest Movement veröffentlicht wurde.

Die Umweltorganisationen warnen zudem davor, dass Energiepflanzen natürliche Ökosysteme zerstören werden. “Sojabohnen werden nach Prognosen einer der wichtigsten Rohstoffe für Biodiesel sein.” Tatsächlich seien Sojaplantagen ein Hauptgrund für die Zerstörung des Amazonas. Zudem seien Indianergebiete betroffen. Das Volk der Enwene Nawe im brasilianischen Bundesstaat Matto Grosso habe beispielsweise erklärt: “Sojabohnen rotten uns aus.” Durch die Plantagen sei ihr Lebensraum halbiert worden.

Der Brief an die Menschen in der EU geht auch auf Ethanol aus Zucker und Biodiesel aus Palmöl ein. Zuckerrohr-Plantagen und die Produktion von Ethanol sei in Brasilien ein Agrarmonopol, das von Sklavenarbeit lebe. Palmöl-Plantagen etwa in Kolumbien und Ecuador würden auf Kosten der Wälder und der dort lebenden Ureinwohner angelegt.

“Das Problem des Klimawandels, für das der Norden verantwortlich ist, kann nicht gelöst werden, indem bei uns neue Probleme geschaffen werden”, warnen die fünf Umweltnetzwerke. “Deswegen appellieren wir an die Regierung und die Menschen in der EU, Lösungen zu finden, die unsere schon jetzt dramatische soziale und ökologische Situation nicht weiter verschlechtern.” Anlass des Offenen Briefes ist die anstehende Entscheidung der Europäische Kommission über den so genannten “Biomasse-Aktionsplan”, die für den 10. Januar 2007 erwartet wird.

Quelle: Umweltdialog

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