Im Dschungel der Holz-Zertifikate

Im Dschungel der Zertifikate

Beim täglichen Einkauf stößt der Verbraucher immer häufiger auf Produkte, die mit Zertifikaten ausgezeichnet sind. Egal ob Lebensmittel, Tapeten, Teppiche, Farben oder Holz – kaum ein Produkt ohne Label. Da verwundert es kaum, dass selbst der informierteste Verbraucher in diesem Wirrwarr den Überblick verliert. Denn Label ist nicht gleich Label. Für ein und dasselbe Produkt gibt es unterschiedliche Zertifikate mit unterschiedlichen Anforderungen. Dies wird insbesondere beim Holz deutlich.

Mogelpackungen

So stößt der Verbraucher immer wieder auf Gartenmöbel mit dem Etikett aus staatlich kontrollierter Forstwirtschaft. Hierbei handelt es sich keineswegs um ein international anerkanntes Zertifikat, hinter dem Institutionen oder Kontrollmechanismen stehen. Diese Bezeichnung dient allein der Kundenberuhigung und somit der Absatzförderung.

Ein anderes Beispiel ist das Label umweltfreundliches Plantagenholz. Plantagen sind meist Monokulturen mit einer sehr geringen Artenvielfalt. Auf hunderten von Hektar steht ein und dieselbe Baumart, die meist noch nicht einmal heimisch ist. Viele ökologische Probleme gehen mit Monokulturen einher (Palmöl, Eukalyptus, Kiefern etc). Auch werden für die Aufforstung von Monokultren häufig Regenwälder erst zerstört. Dennoch können sie in manchen Fällen den Bewirtschaftungsdruck von Regenwäldern nehmen. So werden brachliegende landwirtschaftliche Flächen aufgeforstet, um zukünftig das Holz aus diesen Plantagen zu nutzen und nicht mehr jenes aus den Regenwäldern. Leider kann der Verbraucher hier nicht unterscheiden und sollte daher von diesem Label Abstand nehmen.

Beide Zertifikate sind reine Blender und dienen einzig und allein der Verkaufsförderung.

Alternativen

Dennoch hat der Verbraucher die Möglichkeit, ökologisch produziertes Holz zu kaufen. Hierfür stehen die beiden international anerkannten Zertifikate PEFC und FSC.

FSC

Das FSC Siegel wurde nach der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro 1992 ins Leben gerufen und garantiert eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Das FSC wird weltweit von Umweltorganisationen, Gewerkschaften, Interessenvertretern indigener Völker sowie zahlreichen Unternehmen aus der Forst- und Holzwirtschaft unterstützt. Es stellt glaubwürdig sicher, dass die Wälder weltweit ohne Raubbau, mit Rücksicht auf die Rechte der lokalen Bevölkerung und der Forstarbeiter bewirtschaftet werden. FSC-zertifizierte Wälder werden von unabhängigen Fachleuten zertifiziert und regelmäßig kontrolliert.
Welche Holzarten Sie mit ruhigem Gewissen kaufen können und von welchen Sie lieber die Finger lassen sollten, erfahren Sie im Holzführer vom FSC-Deutschland.

pefc

Das PEFC Siegel ist einige Jahre jünger als das FSC und wurde von europäischen Holz- und Forstwirtschaftvertretern gegründet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten garantiert PEFC eine nachhaltige Forstwirtschaft, ist aber derzeit nur auf europäisches Holz beschränkt. Tropenholz wird derzeit noch nicht vom PEFC zertifiziert.

Empfehlung der Stiftung Unternehmen Wald
Zertifikate sind gut, aber einen 100igen Verlass, insbesondere bei Tropenholz, gibt es nicht. Daher empfehlen wir: Kaufen Sie kein Tropenholz! Kaufen Sie nur Holz/Holzprodukte aus heimischen Wäldern. Die deutsche Forstwirtschaft gehört zu den besten der Welt.

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