Gartenrotschwanz – Vogel des Jahres 2011

Der Gartenrotschwanz wurde vom Nabu zum Vogel des Jahres gekürt.

Nach dem umstrittenen Kormoran 2010, ist diesmal wieder ein bunter Sänger zum „Vogel des Jahres“ gewählt worden. Die diesjährige Kür dürfte nicht umstritten sein, denn mit der Wahl des Gartenrotschwanzes wird zu recht auf die Gefährdung eines unserer farbenprächtigsten heimischen Singvogels aufmerksam gemacht.

Gefährdung
Gartenrotschwanz - Vogel des Jahres 2011Der Bestand des Gartenrotschwanzes in Deutschland wird nur noch auf etwa 140.000 Brutpaare geschätzt, vor 30 Jahren waren es immerhin noch rund 450.000 Brutpaare. Dabei galt der Gartenrotschwanz bis in die 50er Jahre als ausgesprochen häufiger Brutvogel in Deutschland. Durch die Anlage von obstbaumreichen Siedlungen, strukturreichen Kleingartenanlagen mit altem Baumbestand und der Schaffung von parkartigen Landschaften vielerorts, wurde für den Vogel ein günstiger Lebensraum geschaffen. Heute sind die Bestände des Gartenrotschwanz, durch sterile Rasenflächen oder versiegelten Flächen sowie fremdländischen Gehölze und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln so stark zurück gegangen, dass sein Name eigentlich täuscht. In Gärten ist er nur noch selten zu entdecken. Auch in seinen Überwinterungsgebieten, im mittleren und nördlichen Afrika, setzen ihm Dürre und der hohe Pestizideinsatz zu.
Auf der Speisekarte des Gartenrotschwanz stehen Hautflügler, Schmetterlinge und Raupen sowie kleine Insekten aller Art, die er nur in naturnahen Gärten mit heimischen Sträuchern und Gehölzen findet.

Aussehen:
Der Gartenrotschwanz hat die Größe eines Sperlings. Das Gewicht beträgt zwischen 12 und 20 Gramm.
Das Männchen ist auffallend kontrastreich gefärbt: Gesichtsfeld und Kehle sowie die Partie direkt über dem Schnabel sind schwarz, die Stirn sowie ein auslaufender, bis zu den Ohrdecken reichender Überaugenstreif hingegen reinweiß. Oberkopf, Nacken und Rücken sind grau. Die Brustpartie ist lebhaft rostrot gefärbt, zum weißlichen Unterbauch hin läuft sie durch breiter werdende helle Federsäume aus. Flanken und Unterschwanzdecken sind sehr viel fahler rostorange. Die Flügel sind meist bräunlich, die Decken der Flügelunterseite rostrot. Der Stoß, Bürzel und die Oberschwanzdecken sind – als namensgebendes Merkmal – ebenfalls kräftig rostrot, die Schwanzmittelfedern erd- bis dunkelbraun. Nach der Mauser ist die schwarzweiße Gesichtsmaske durch bräunliche Federsäume verdeckt und kommt erst im Frühjahr durch Gefiederabnutzung als „Prachtkleid“ zutage.
Das Weibchen ist unscheinbarer gefärbt. Die Oberseite ist bräunlich und geht auf dem unteren Rücken in die rostrote Färbung der Oberschwanzdecken über, der Schwanz ist wie beim Männchen rostrot. Die Unterseite ist heller beige mit einer – manchmal intensiv – orange überhauchten Brust, die sich deutlich von grauem bis dunkelgrauem Kinn und den Halsseiten absetzt. Die sich von der Oberseite deutlicher abhebende, ins orange spielende Unterseite ist das Hauptunterscheidungsmerkmal vom wesentlich einfarbigeren Weibchen des Hausrotschwanzes. Die Flügel sind ähnlich wie beim Männchen bräunlich gefärbt, die Unterseiten beige mit orangem Anflug. Mit zunehmendem Alter können Weibchen sich dem Männchen in der Färbung annähern und werden dann kontrastreicher. Es kann sich dann eine helle bis weiße Stirn ausbilden, die sonst graueren Partien werden dunkler, die orange überhauchten intensiver.

Der Gesang
Die Männchen singen bereits vor der Morgendämmerung von höheren Baumspitzen oder Antennen aus. Der wehmütige Gesang ist dreiteilig aufgebaut, die ersten beiden Teile bestehen aus gleichen kurzen Silben. Der dritte Teil jedoch ist sehr variabel und enthält Imitationen anderer Vogelarten.

Brut
Von Mitte April an kehren die Männchen aus dem Winterquartieren zurück, einige Tage früher als die Weibchen. Das Männchen sucht einen geeigneten Nistplatz zum Brüten aus. Als Höhlenbrüter werden alte Spechthöhlen, Nistkästen und gelegentlich auch Mauerlöcher angenommen.
Die Brutzeit beginnt Anfang Mai und besteht aus 3-9, meist aber 6-7 grünlich-blaue, glatt glänzende Eier, aus der nach 12-14 Tagen die Jungen schlüpfen. Häufig brütet der Gartenrotschwanz ein zweites Mal im Sommer.
Das Weibchen brütet allein, die Fütterung übernehmen jedoch Männchen und Weibchen. Der Wegzug in den Süden findet schließlich von Mitte August bis Anfang Oktober statt.

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