Forstwirtschaft kritisiert Nationale
Strategie der biologischen Vielfalt

Forstwirtschaft: Nationale Strategie der biologischen Vielfalt widerspricht Klimaschutz
DFWR-Präsident Georg Schirmbeck, MdB: Stilllegung von Waldflächen widerspricht Klimaschutz, 40.000 Arbeitsplätze in Forst- und Holzwirtschaft gefährdet

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) kritisiert massiv die heute von der Bundesregierung verabschiedete Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt. Scheinbar sei der forstliche Teil ohne
Experten der Forstwirtschaft entstanden, denn sonst könne man sich die unsinnigen Aussagen nicht erklären, sagte DFWR-Präsident Georg Schirmbeck, MdB, “Die in der Strategie vorgeschlagenen Maßnahmen widersprechen in vielen Fällen der Zielsetzung einer nachhaltigen und naturnahen Waldbewirtschaftung. Man kann nicht mit überholten Naturschutz-Rezepten von gestern die Herausforderungen von morgen lösen”, sagte Schirmbeck “Statt Integration der Naturschutzziele in die Waldbewirtschaftung setzt die Strategie mit ihren Forderungen nach einer zusätzlichen Herausnahme von Waldbeständen aus der Bewirtschaftung zu sehr auf das alte “Käseglocken-Prinzip.” Allein die Forderung fünf Prozent der Waldfläche stillzulegen gefährdet nach Ansicht des DFWR bis zu 40.000 Arbeitsplätze.

Die Zielsetzung nach einer natürlichen Entwicklung von fünf Prozent der öffentlichen Waldfläche bedeutet im Kern die Herausnahme von rund 550 000 Hektar aus der forstlichen Bewirtschaftung. Auf
dieser Fläche können pro Jahr im Zuge der nachhaltigen Waldbewirtschaftung etwa vier Millionen Kubikmeter des nachwachsenden Rohstoffs Holz produziert werden. Dies widerspricht den Zielen des
Klimaschutzes, denn diese Holzmenge bindet jährlich etwa drei Mio. Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2.

Holzverwendung hat in zweierlei Hinsicht Wirkungen auf das Klimasystem: Substitutionseffekt und Kohlenstoffspeicherung. Holzprodukte ersetzen Produkte aus anderen Materialien, deren
Herstellung mehr CO2 verursacht. An ihrem Lebensende können Holzprodukte zur Energiegewinnung genutzt werden und somit nochmals fossile Brennstoffe ersetzen. Ein Kubikmeter Brennholz hat die gleiche Heizleistung wie 230 l Öl und erspart die Freisetzung von 721 kg fossilem CO2. “Hier wird unnötig Naturschutz zulasten des Klimaschutzes betrieben”, sagte Schirmbeck.

Auch die in der Strategie genannte Forderung nach einseitiger Ausrichtung auf standortheimische Baumarten ist vor dem Hintergrund des Klimawandels nicht mehr zeitgemäß und Ausdruck mangelnder forstlicher Kompetenz. “Der Klimawandel ist ein dynamischer Vorgang, der in einem relativ kurzen Zeitraum zu einem in der jüngeren Erdgeschichte noch nie da gewesenen Temperaturanstieg führen wird. Die langlebigen Waldbäume können sich mit ihren langen Regenerationsphasen nicht so schnell an veränderte Umwelt- und damit Wachstumsbedingungen anpassen. Daher wird es erforderlich, zukünftig auch bewährte ausländische Baumarten wie die Douglasie, die Schwarzkiefer oder Roteiche mit anzupflanzen, die besser an höhere Temperaturen angepasst sind,” sagte der DFWR-Präsident. Der nachwachsende Rohstoff Holz bildet die Basis für eine Wertschöpfungskette, an deren Ende moderne Produkte wie Holzhäuser, Möbel und Papier stehen. Je 100 Kubikmeter Holz bilden die Grundlage für einen Arbeitsplatz, vom Waldarbeiter und Förster bis zu den Beschäftigten in den Sägewerken, im Holzbau, in den Holzplattenwerken bis hin zu den Möbel- und Papierfabriken. “Bis zu 40 000 Arbeitsplätze sind in Deutschland gefährdet, wenn im geplanten Umfang auf die nachhaltige Nutzung des heimischen Rohstoffes Holz verzichtet wird.” so
Georg Schirmbeck.

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