Fläche der Naturschutzgebiete in Deutschland um 30 Prozent gestiegen

Berlin, 24.04.2008. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Beate Jessel, haben heute in Berlin gemeinsam die “Daten zur Natur 2008” präsentiert. Vier Wochen vor der 9. Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt, die im Mai in Bonn stattfindet, liegt damit ein umfassender Überblick zur biologischen Vielfalt in Deutschland und weltweit vor.

“Wissenschaftlich fundierte Daten und Informationen über den Zustand und Veränderungen von Natur und Landschaft sind unverzichtbar für eine belastbare, konkrete Standortbestimmung hinsichtlich der Umsetzung dieses zentralen Naturschutzübereinkommens”, sagte der Bundesumweltminister.

Die Gesamtfläche der Naturschutzgebiete nahm in den letzten zehn Jahren um ca. 30 Prozent zu. Die Zahl der Nationalparke stieg von 11 auf 14, ihre Gesamtfläche beläuft sich jetzt auf rund 960.000 ha, davon sind über 190.000 ha Landfläche. Mit diesem Zuwachs bei den Schutzgebieten hat Deutschland wesentliche Fortschritte beim Aufbau eines globalen Schutzgebietssystems erzielt.

Mit Bestätigung der EU-Kommission sind nun auch rund 14 Prozent der Landesfläche Deutschlands und fast ein Drittel der Fläche der Ausschließlichen Wirtschaftszone Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. “Der erste umfassende nationale Bericht zum Erfolg der Schutzmaßnahmen im Rahmen von Natura 2000 belegt für etwa ein Viertel der Arten und Lebensraumtypen von europäischer Bedeutung den angestrebten günstigen Erhaltungszustand”, sagte Sigmar Gabriel.

Aufgrund gezielter Artenschutzmaßnahmen haben sich deutschlandweit die Bestände gefährdeter Arten wie Wanderfalke oder Steinkauz positiv entwickelt. Dies zeigen die Ergebnisse des bundesweit neu organisierten und künftig von Bund und Ländern gemeinsam geförderten Vogelmonitorings des Dachverbands der Deutschen Avifaunisten (DDA).

“Die Erfolge sollten uns weiter ermutigen. Sie zeigen, dass wir in der Lage sind, negative Trends bei der biologischen Vielfalt umzukehren und mit unseren Bemühungen erfolgreich unsere natürliche Umwelt zu schützen und auch wiederherzustellen”, so Gabriel.

Auch hinsichtlich einer naturschutzgerechten Nutzung gibt es positive Entwicklungen. Mittlerweile sind in Deutschland rund zwei Drittel der Waldfläche zertifiziert, ca. 5 Prozent nach FSC (Forest Stewardship Council) und knapp 65 Prozent nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes).

“Auch wenn wichtige und richtige Schritte eingeleitet und konkrete Maßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden, ist die Gesamtsituation der biologischen Vielfalt und des Naturhaushalts jedoch nach wie vor alarmierend”, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. So sind zum Beispiel über 70 Prozent der Biotoptypen Deutschlands als gefährdet eingestuft. Nach ersten Ergebnissen der derzeit in Aktualisierung befindlichen Roten Listen für Tiere, Pflanzen und Pilze, die 2008/2009 erscheinen sollen, sind fast zwei Drittel der in Deutschland vorkommenden Reptilienarten in ihrem Bestand gefährdet.

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