EU-Parlament belebt Holzhandelsgesetz wieder

Frankfurt – Mit einem überraschend klaren Votum hat der neu gewählte Umweltausschuss des Europaparlaments in Brüssel die Weichen für ein wirksames Holzhandelsgesetz gestellt. Mit einer Zweidrittelmehrheit stimmten die Parlamentarier zu Beginn der zweiten Lesung einem Entwurf zu, der die Einfuhr von Holz und Holzprodukten aus illegalen Quellen verbietet und Unternehmen zur verantwortungsvollen Holzbeschaffung verpflichtet.

„Die Entscheidung des Umweltausschusses macht Hoffnung, dass wir nun doch endlich eine wirksame und starke Holzhandelsverordnung bekommen, die schon so lange überfällig ist“, so WWF Waldexpertin Nina Griesshammer. „Dieses Votum dürfen EU-Parlament und die Bundesregierung im EU-Ministerrat auf keinen Fall wieder verwässern“.

Rund ein Fünftel der Holzimporte in die EU stammen aus illegalen Quellen. Illegal sind Holzprodukte dann, wenn sie unter Missachtung nationaler und internationaler Gesetze gewonnen oder produziert wurden. Illegaler Holzeinschlag drückt den Holzpreis weltweit um schätzungsweise bis zu 16 Prozent, das auch die deutsche Forst- und Holzwirtschaft spürt. Der jährliche wirtschaftliche Schaden durch entgangene Einnahmen für Staat, Industrie und Waldbesitzer beläuft sich auf rund 11 Milliarden Euro. In Indonesien, das zu den großen Holzlieferanten der Erde gehört, stammen rund 70 Prozent der geschlagenen Hölzer aus illegalen Quellen.

Die Waldzerstörung ist wesentlich mitverantwortlich für den Klimawandel. 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen stammen aus der Vernichtung von Wäldern. Ein Großteil der abgeholzten Bäume wird für Produkte abgeholzt, die in die großen Konsumnationen geliefert werden, also auch nach Europa und Deutschland.

Quelle: 4. Mai 2010, WWF

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