EU-Grünbuch zu Wäldern: Waldarme Regionen wieder bewalden

Pressemitteilung von Cornelia Behm MdB, Sprecherin für Waldpolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 19. März 2010
Zum internationalen Tag des Waldes am 21. März erklärt Cornelia Behm, Sprecherin für Waldpolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

“Europa gehört zu den wenigen Weltregionen, deren Waldfläche in den letzten Jahren zugenommen hat. Allerdings ist die Waldfläche sehr ungleichmäßig verteilt. Es gibt Regionen, in denen lang zurückliegende Entwaldung nach wie vor immense ökologische und wirtschaftliche Folgen zeitigt. Dazu gehören Wüstenbildung und Überschwemmungen – was für die betroffene Bevölkerung Existenz bedrohend sein kann.

Doch der EU fehlt eine Strategie zur Wiederbewaldung entwaldeter und waldarmer Regionen z.B. in Südeuropa, in den Beneluxländern, in Dänemark oder auf den britischen Inseln. So richtig und notwendig es ist, bestehende Wälder zu schützen und besser und nachhaltiger zu bewirtschaften, so muss auch die Wiederbewaldung endlich ein Thema werden, nachdem die Rodung von Wäldern Jahrzehnte und Jahrhunderte lang Realität war. Und das nicht nur in der EU, sondern weltweit. Davon ist im EU-Grünbuch zum Waldschutz und zur Vorbereitung der Wälder auf den Klimawandel jedoch keine Rede.

Der Mangel des Grünbuchs besteht darin, dass die EU in der Waldpolitik nichts zu entscheiden hat. Dementsprechend ist es vor allem eine Zustands- und Problembeschreibung. Aber es bietet keine wirkliche Perspektive, was die EU zur Lösung der ökologischen Probleme in den europäischen Wäldern beitragen kann. Ökologische Standards für die Waldbewirtschaftung kann sie nicht setzen.

Was die EU aber kann, ist Ziele zu setzen und Finanzierungsinstrumente zu schaffen. Und das sollte sie auch tun. Sinnvoll wäre z.B. das Ziel, den Waldanteil in Europa von 42 auf 50 % zu erhöhen, insbesondere in waldarmen EU-Regionen eine Wiederbewaldung zu erreichen und hierzu auch finanziell beitragen. Dies nützt dem lokalen und regionalen Klima und Wasserhaushalt, dem Schutz der Böden und der Sicherung der biologischen Vielfalt und trägt zur Speicherung von Kohlenstoff bei. Diese Ziele sollten nicht im Klein-Klein von Nettozahlerdiskussionen untergehen.
Um ökologische Bewirtschaftungsweisen in den europäischen Wäldern stärker zu fördern, sollte die EU die Waldumweltmaßnahmen in der ELER-Verordnung erweitern und besser finanzieren.
Notwendig ist es auch, in der Entwicklungszusammenarbeit mehr für die Wiederbewaldung waldarmer Gebiete und Rekultivierung degradierter Böden zu tun.”

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