Energieholz hilft Artenvielfalt

Halb-Trockenrasen mit gewöhnlicher Küchenschelle in der Rhön; Foto: Wikipedia.orgAbschlussveranstaltung des Forschungsprojektes „Biodiversität und Energieholz“ zeigt, wie die Nutzung Erneuerbarer Energien und der Schutz der Natur verknüpft werden können.

Den Erhalt der Artenvielfalt und den Klimaschutz miteinander zu verbinden – das war und ist die Idee des 6-jährigen Forschungsprojektes „Biodiversität und Energieholz“ der Naturstiftung David, welches gestern in Erfurt seinen Abschluss fand. Rund 70 Fachleute aus Politik, Forschung und Verwaltung diskutierten im Thüringer Landtag die Projektergebnisse und die daraus abgeleiteten Vorschläge für die Umsetzung in die Praxis.

Um unter Naturschutz stehende Trockenrasen mit ihrem Artenreichtum langfristig zu erhalten, müssen diese entbuscht und anschließend beweidet werden. Zur Reduzierung der Kosten für die Pflege dieser Flächen ist es sinnvoll, das geerntete Strauchwerk als Hackschnitzel energetisch zu nutzen. Im Rahmen des Projektes wurden seit dem Jahr 2007 in Thüringen und Brandenburg insgesamt 37 Naturschutzflächen entbuscht und das geerntete Holz als Hackschnitzel verkauft. Dabei wurden unterschiedliche Ernte- und Hackverfahren getestet. Jeder einzelne Arbeitsschritt wurde umfassend ökonomisch bilanziert, um Einspar- und Optimierungspotenziale aufzuzeigen.

Die Qualität der Hackschnitzel wurde ebenso untersucht wie die Auswirkungen des Technikeinsatzes in den sensiblen Lebensräumen sowie die Treibhausgasbilanz. Ein weiteres Teilprojekt beschäftigte sich mit der Abschätzung der auf der freizustellenden Fläche stockenden Gehölzmenge – um damit vorab Holz- und Energieertrag kalkulieren zu können.

“Die Ergebnisse des Projektes sind insgesamt sehr positiv“, so Projektleiter Dr. Dierk Conrady bei der Abschlussveranstaltung. “Durch die Hackschnitzelnutzung ließen sich die Kosten für die Landschaftspflege reduzieren – im Durchschnitt um 25 Prozent.”
Es konnten keine negativen Auswirkungen des Technikeinsatzes festgestellt werden – allerdings besteht weiterer Optimierungsbedarf bei der Beräumung der Naturschutzflächen von holzigem und teilweise dornigem Restmaterial. Sehr positiv ist die Klimabilanz: Mit dem Landschaftspflegeholz einer etwa 4 Hektar großen durchschnittlich verbuschten Fläche können insgesamt gut 80.000 Liter Heizöl und damit rund 200 Tonnen CO2 eingespart werden – der zusätzliche CO2-Ausstoss für das Ernten, Hacken sowie den Transport zum Heizkraftwerk liegt im konkreten Fall hingegen nur bei 3,8 Tonnen CO2. Auch die Qualität der Hackschnitzel ist in der Regel sehr gut: “Trockenrasen sind oft nach Süden ausgerichtet – damit ist das Strauchwerk einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Bei längerer Lagerung ist der Wassergehalt des geernteten Holzes gering, was sich positiv auf den Energiegehalt auswirkt”, so Dr. Conrady.

Umfassende und weiterführende Informationen zu den Projektergebnissen sind zu finden unter www.naturstiftung.de/energieholz

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft e. V. – idw –

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS  Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Sorry, the comment form is closed at this time.

rssRSS
Powered by WordPress