Droht 2007 Borkenkäferplage?

Der April war viel zu warm – Deutsche Förster und Waldbesitzer sind beunruhigt. Jetzt hilft nur noch ein Spätfrost!

Nach dem warmen April schwärmt der Borkenkäfer überall zwei bis drei Wochen früher als üblich. Nach den trockenen und zum Teil sehr heißen Sommern 2003 und 2006 waren die Populationen der Fichtenborkenkäfer (Buchdrucker und Kupferstecher), die in Baumrinden brüten, schon vorher stark angestiegen. Wegen der derzeitigen warmen Witterung sind die Bedingungen für eine Ausbreitung des Borkenkäfers ideal. Bei anhaltend ungünstiger Witterung muss damit gerechnet werden, dass es in diesem Jahr zu einem größeren Borkenkäferbefall kommt und damit zu mehr Schadholz als in den Vorjahren.

Nicht nur das warme Frühlingswetter unterstützt die Ausbreitung der Käfer, auch der Brutraum ist noch groß: durch den Sturm “Kyrill” dienen im Wald geschwächte, umgeworfene oder abgebrochene Fichten als Brutstätten, ebenso die nach dem Sturm entstandenen sonnenexponierten Waldränder. Bei gleich bleibender Witterung ist Ende Mai/Anfang Juni der Ausflug der neuen Brut zu erwarten. Bis zu diesem Zeitpunkt arbeiten die Mitarbeiter von Landesforsten Rheinland-Pfalz intensiv an der Aufarbeitung des noch im Wald verbliebenen Sturmholzes, um einen starken Anstieg der Käfermenge durch die nächste Generation zu verhindern. Förster kontrollieren insbesondere die kleinen Sturmflächen.

Auch die privaten Waldbesitzer sind gesetzlich verpflichtet, den Käferbefall zu reduzieren und somit drohende Gefahren für Nachbarbestände zu minimieren. Landesforsten Rheinland-Pfalz empfiehlt folgende Maßnahmen:

  • Frühzeitige und regelmäßige Kontrolle der gefährdeten Fichtenbestände auf Käferbefall.
  • Schnelle Aufarbeitung befallener Bäume und Baumteile.
  • Prioritäre Aufarbeitung von Einzelwürfen gegenüber Flächenwürfen bei der Sturmschadensbewältigung.
  • Rechtzeitiger Abtransport aufgearbeiteter befallener Hölzer, bevor sich neue Bruten fertig entwickeln und ausfliegen können.
  • Lagerung nicht befallener Hölzer auf speziellen Nass- oder Trockenlagerplätzen.
  • Hackung oder Kleinschneiden von bruttauglichen Resthölzern zur Brutraumreduktion (angesichts der hohen Waldbrandgefahr sollte Restholz und Kronenmaterial nicht im Freien verbrannt werden. Der Verkauf an Holzheizwerke ist eine lohnende Alternative).
  • Einsatz von Insektiziden im Rahmen eines integrierten Waldschutzes als “ultima ratio”.
  • Mehr zum Borkenkäfer erfahren Sie hier

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