Die Ruhe nach dem Sturm?
Ein Jahr nach dem Orkan “Kyrill”

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert die Länderregierungen ein Jahr nach Sturm Kyrill auf, für eine ausreichende Personalausstattung in den Landesforstverwaltungen zu sorgen, um die zukünftig zunehmenden Extremereignisse bewältigen zu können.

Fast alle Bundesländer, bis auf das am stärksten betroffene Nordrhein-Westfalen, haben die Aufarbeitung des Schadholzes inzwischen abgeschlossen. Insgesamt warf der Sturm vor einem Jahr über 75 Millionen Bäume oder 37 Millionen Festmeter Holz um. Dies entspricht etwa der Hälfte des jährlichen Holzeinschlags in der Bundesrepublik. Die Strukturen in einigen Forstverwaltungen und vor allem die knappe Personaldecke forderten so manche Opfer und bereiteten Probleme beim Fortschritt der Aufarbeitung, so der BDF.

Vor dem Hintergrund des rasant voranschreitenden Klimawandels und immer häufiger zu erwartenden Wetterextremen ist es nach Ansicht des BDF unbedingt notwendig, die Personalausstattung der Landesforstverwaltungen zu stärken und den Personalabbau zu stoppen. Es sei sonst unmöglich, den Folgen der Waldzerstörung adäquat zu begegnen und die für den Menschen lebenswichtigen Funktionen des Waldes dauerhaft zu sichern. “Drohenden Borkenkäferkatastrophen oder weiteren Klimaextremen kann nur durch gut aufgestelltes und motiviertes Personal begegnet werden, um langfristige Schäden abzuwenden”, so Hans Jacobs, kommissarischer Bundesvorsitzender des BDF.

Es ist noch längst nicht Ruhe eingekehrt im Deutschen Wald. Emsig und mit hohem finanziellem Aufwand wird die Wiederbewaldung betrieben. Eine Aufgabe, die große Anstrengungen für die nächsten Jahre bedeutet, da kurzfristig nicht genügend Pflanzen für die riesigen Kahlflächen verfügbar sind. Jedoch bedeutet die Katastrophe nach Ansicht des BDF auch die Chance, einen standort- und vor allem klimaangepassten flexiblen Mischwald zu etablieren. Hierfür ist es laut Jacobs unbedingt notwendig, auch sogenannte Fremdländer-Baumarten einzubeziehen. Douglasie, Roteiche und Co. seien der Klimaerwärmung teilweise besser gewachsen und könnten so den Platz von einigen einheimischen nicht angepassten Baumarten einnehmen. Die Ablehnung aus falsch verstandenem Naturschutz sei dabei fehl am Platz, so Jacobs.

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