Die Mehlbeere (Sorbus aria L.)

Verbreitung:
Die Mehlbeere kommt im mittleren und südlichen Europa vor. Da die Mehlbeere wärmebedürftig ist, steigt sie viel weniger hoch im Gebirge als die Eberesche und findet sich in höheren Lagen vor allem an trockenen Sonnenhängen. Oft ist sie da nur strauchförmig.

ArtenmerkmaleMehlbeere (Sorbus_aria)

  • Höhe: 6 bis 12 m, auf besten Standorten wird die Mehlbeere bis zu 20 m hoch
  • Durchmesser: bis 40 cm
  • Alter: bis 200 Jahre
  • Blätter: Die wechselständig angeordneten, derben, ungeteilten Blätter sind 8 bis 14 cm lang und 5 bis 7 cm breit, elliptisch, am Grunde keilförmig oder abgerundet, ungleich oder unregelmäßig doppelt gesägt. Die Blattoberseite ist glänzend sattgrün und weist nach dem Blattaustrieb eine seidige Behaarung auf, die jedoch später verkahlt. Die Unterseite und der Blattstiel sind grau- bis weißfilzig.
  • Blüte: Die Mehlbeere blüht im Mai/Juni. Ihre gestielten, weißen bis cremefarbigen Blüten haben einen Durchmesser von ca. 15 mm, besitzen zumeist zwei Griffel und stehen in aufrechten, lockeren, flach gewölbten, bis 8 cm breiten Schirmrispen.
  • Früchte: Die Früchte der Mehlbeere reifen im August/September, sind apfelfömig etwa 1,0 bis 1,5 cm lang, kugelig-eiförmig, orange bis scharlachrot, haben einen weißfilzigen Scheitel unter den stehen gebliebenen Kelchzipfel und enthalten zwei Kerne. Das Fruchtfleisch ist geadert, mehlig und erst nach Frosteinwirkung genießbar, jedoch wegen des Gehalts an Parasorbinsäure etwas giftig. Sie bleiben lange am Baum hängen, häufig sogar bis in den Winter. Nach dem ersten Frost werden sie von Vögeln und Eichhörnchen genommen, die dadurch zur Verbreitung der Art beitragen.
  • Wurzelsystem: Die Bewurzelung ist tiefgehend und das Ausschlagsvermögen ist beträchtlich, zudem bildet sich auch Wurzelbrut Wurzelbrut (Ausschläge/Austriebe an flach unter der Erde wachsenden Wurzeln).

Standortansprüche
Die Mehlbeere ist eine Lichtbaumart. Sie braucht eine hohe Sommerwärme und erträgt kalte Winter sehr gut. Sie bevorzugt Kalkböden und ist sehr anspruchslos gegenüber Feuchtigkeit.

Waldbauliche Eigenschaften
Die Mehlbeere bringt nur selten Nutzholzdimensionen hervor. Sie wird in der Forstwirtschaft vor allem als Mischbaumart angepflanzt und trägt somit zur Förderung der biologischen Vielfalt bei.

Holzeigenschaften
Das Holz der Mehlbeere hat einen sehr breiten, hellgelben Splint und einen rotbraunen Kern, der hart ist. Es wird vorwiegend zu Wagner-, Drechsler-, und Schnittholzarbeiten verwendet.

Literatur:
Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Erlbeck; Haseder; Stinglwagner
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart
ISBN 3-440-07511-7

Die Einheimischen und die wichtigsten fremdländischen Baumarten
Aus dem Institut für Waldbau, Abteilung für Waldbau der Tropen und Naturwaldforschung,
Göttingen 1992

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS  Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Sorry, the comment form is closed at this time.

rssRSS
Powered by WordPress