Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris)

Die in Deutschland heimische Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris), auch bekannt als Waldkatze, gehört zur Familie der Katzen in der Ordnung der Raubtiere.

Vorkommen:
Die Wildkatze lebt vornehmlich in Laubwäldern und war früher in den meisten Bereichen Europas verbreitet, ist heute aber wegen der menschlichen Verfolgung nur noch sehr selten anzutreffen. In Deutschland gibt es sie nur noch in abgelegenen Waldgebieten wie im Taunus, Odenwald, in Hunsrück, im Harz, in der Eifel, in Thüringen und im Bayerischen Wald.

Sinne:
WildkatzeDa die Wildkatze dämmerungs- und nachtaktiv ist, besitzt sie sehr lichtempfindliche Augen. Die Ohren sind ebenfalls sehr ausgeprägt und können selbst leiseste Geräusche wie die einer Maus wahrnehmen.

Erscheinungsbild:
Die Wildkatze ähnelt der gemeinen Hauskatze, ist jedoch größer und korpulenter. Sie wird bis zu 120 cm lang und bis zu 8 kg schwer. Der Schwanz ist dick und kurz und endet in drei schwarzen Ringen. Das Fell ist leicht getigert und besitzt eine graue oder braune Farbe.

Lebensweise:
Als Einzelgänger bewohnt die Wildkatze ein Revier von 2-9 Quadratkilometern. In diesem Gebiet jagt sie vor allem kleine Säugetiere wie Mäuse und Hasen. Nur selten weicht sie auf andere Beute wie Vögel, Amphibien oder Reptilien aus. Wie alle Katzen ist sie ein Überraschungsjäger, der plötzlich aus dem Unterholz hervorspringt und den Überraschungsmoment des Opfers ausnutzt.

Fortpflanzung:
Die Paarungszeit findet normalerweise zwischen Januar und März statt. In dieser Zeit werben häufig mehrere Männchen um ein Weibchen, und es finden Kämpfe statt. Die Tragzeit beträgt etwa neun Wochen, dann kommen zwischen zwei und vier Jungtiere zur Welt. Nach einem Monat beginnt die Erziehung zur Jagd und nach sechs Monaten verlassen die Jungtiere die Mutter. Häufig überleben aus einem Wurf nur ein oder zwei Tiere.

Sonstiges:
Die Wildkatze wird häufig vor allem wegen ihres Aussehens fälschlicherweise als Vorfahre der gewöhnlichen Hauskatze angenommen. Tatsächlich aber ist dies die afrikanische Falbkatze, die über Handelswege von Ägypten nach Europa kam. Es kommt häufig zu Kreuzungen zwischen Wildkatzen und (manchmal verwilderten) Hauskatzen. Auf diese und andere Weise werden von den Hauskatzen oft Krankheiten übertragen, denen die Wildkatzen schutzlos ausgeliefert sind. Dies entwickelt sich manchmal zu einem großen Problem und hat z.B. in der Slowakei zu einem starken Rückgang der Population geführt.

Autor:
Stefan Härtel

 
Literatur:

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Reinhold Erlbeck
Ilse E. Haseder
Gerhard K.F. Stinglwagner
Kosmos Verlag Stuttgart, 1998
ISBN 3-440-07511-7

http://www.markuskappeler.ch/tex/texs2/wildkatze4.html

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