Die Dohle ist Vogel des Jahres 2012

Der intelligente Rabenvogel gilt als stark gefährdet

Die Dohle ist eine der intelligentesten heimischen Vogelarten, die trotz Anpassungsfähigkeit immer weniger Nistmöglichkeiten durch einen schwindenden Lebensraum findet. Sie wurde deshalb zum „Vogel des Jahres 2012“ gekürt.


Dohlen beeindrucken durch ihr hoch entwickeltes Familien- und Gesellschaftsleben. Die Paare leben in Dauerehe und sind fast immer zusammen, auch bei der Nahrungssuche. Meist brüten Dohlen in Gehölzen mit alten Bäumen, wo sie gerne verlassene Schwarzspechthöhlen beziehen. Doch auch Felsspalten, Mauerlöcher und Nistkästen sowie Nischen in alten Gemäuern und Kirchtürme sind beliebte Brutplätze. Die Brutzeit beginnt Mitte April und die Gelege Größe besteht aus 4 – 7 blasse hellblaue Eier. Nach 16 bis 19 Tagen schlüpfen die Jungen aus und ihre Nestlingszeit beträgt dann 30 bis 35 Tage. Die Jungen werden noch bis zu 4 Wochen nach dem Ausfliegen von den Eltern gefüttert. Es gibt nur eine Jahresbrut.

Größe und Ernährung
Die Dohle ist ein relativ kleiner, sehr lebhafter und geselliger Rabenvogel, zu den auch die Elster, der Eichhäher, die Rabenkrähe, die Saatkrähe und der Kolkrabe zählen. Die Dohle ist etwa 34 cm groß, die Flügelspannweite beträgt etwa 70 cm und sie wiegt 230 bis 250 g und hat ein schwärzliches Gefieder mit einem gräulichen Nacken. Die Augen sind auffällig grauweiß. Die Nahrung besteht im Sommer hauptsächlich aus wirbellose Tiere wie Insekten und deren Larven, Schnecken und Würmer. Mitunter fangen sie auch eine Maus oder erbeuten Eier und Jungvögel. Im Herbst werden hauptsächlich Beeren und Obst verzehrt. Im Winterhalbjahr leben sie vorwiegend von Getreide.

Lebensweise der Dohle
Die Dohle ist bei uns ein sogenannter Ganzjahresvogel, das heißt der Vogel hält sich das gesamte Jahr über im Brutgebiet auf. Im Winter kommen dann noch Dohlen aus Skandinavien und Osteuropa zu uns, die oft zusammen mit Saatkrähen nach Südwesten ziehen. In den zum Teil riesigen Krähenschwärmen fallen die Dohlen sofort durch die geringere Größe sowie die typischen Rufe auf. Häufig treffen sich allabendlich große Schwärme aus Krähen und Dohlen an bestimmten Schlafplätzen. Bevor sie sich zum Schlafen niederlassen, vollführen die Dohlen oft gruppenweise akrobatische Flugspiele.
Die Bestände an Dohlen sind gebietsweise stark zurückgegangen. Gründe dafür sind die Intensivierung der Forst- und Landwirtschaft, Sanierungen und der Neubau von Gebäuden. Taubenbekämpfung, Störungen am Brutplatz und die Ausbreitung der Rabenkrähe sind vermutlich auch mit dafür verantwortlich, dass der Bestand rückläufig ist.

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