Der Waldkauz (Strix aluco)

Vorkommen:
Der Waldkauz besiedelt fast ganz Europa, mit Ausnahme von Island, Irland und dem Norden von Skandinavien. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich außerhalb von Europa bis nach China und Korea.
Der Waldkauz bevorzugt lichte Laub- und Mischwälder in reichstrukturiertrer Landschaft. Aber auch Parklandschaften, Friedhöfe und Gärten mit alten Baumbeständen bieten ihm geeigneten Lebensraum, so dass man ihn auch in Ortschaften antreffen kann.

Erscheinungsbild:
Der Waldkauz ist ca. 40 cm hoch und je nach Geschlecht ca. 400g (Männchen) bis 600g (Weibchen). Seine Flügelspannweite misst fast einen Meter. Das Gefieder ist entweder kastanienbraun oder von grauem Grundton. Beide Varianten sind aber unregelmäßig gesprenkelt, wodurch der Waldkauz sehr gut getarnt ist. Die Geschlechter können anhand des Erscheinungsbildes nicht unterschieden werden.

Sinne:
Das Sehvermögen des Waldkauzes ist sowohl nachts wie auch bei Tage sehr gut. Seine Augen sind (wie bei allen Eulen) starr nach vorne gerichtet. Dadurch ist das Gesichtsfeld, d.h. der Raum, der ohne Kopf- oder Augenbewegung gesehen werden kann, relativ klein. Dies wird aber durch den beweglichen Kopf ausgeglichen, der um 270 Grand drehbar ist. So kann der Waldkauz über die rechte Schulter schauen, wenn er den Kopf nach links dreht.
Das Gehör ist für die nachtjagenden Eulen das wichtigste Sinnesorgan. Sie können nicht nur die Richtung, sondern auch die Entfernung der leisesten Geräusche wahrnehmen.

Lebensweise:
Waldkäuze sind überwiegend nachtaktive Vögel. Nur während der Aufzucht der Nachkommen gehen sie tagsüber auf Nahrungssuche. Sie leben monogam in Revieren, das in Jagdrevier und Brut-Territorium aufgeteilt ist. Der Unterschied liegt darin begründet, dass Waldkäuze im Jagdrevier nicht so angriffslustig sind wie im Brut-Territorium. Dort dulden sie keine Artgenossen und keine anderen Arten wie z.B. Waldohreule oder Greifvögel.
Tagsüber ruht der Waldkauz in dicht belaubten Kronen, während er im Winter Höhlen oder Nischen aufsucht. Aufgrund seiner guten Tarnung kann er ruhig sitzen bleiben, selbst wenn er entdeckt wird.

In der Dämmerung und nachts macht sich der Waldkauz auf zur Nahrungssuche. Meistens sitzt er dazu auf einer Warte (Ansitzjagd) und wartet auf die Geräusche seiner Beutetiere. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Mäusen und Kleinvögeln. Aber auch größere Tiere wie z.B. Wanderratten, Eichhörnchen oder Tauben gehören zu seinem Nahrungsspektrum. In insektenreichen Jahren stehen auch Nachtfalter u.ä. auf seinem Speiseplan.
Die unverdaulichen Reste wie z.B. Knochen, Haare, Federn werden im Magen zu rundlichen, filzigen Ballen zusammengepresst und wieder ausgewürgt. Sie werden als Gewölle bezeichnet.

Fortpflanzung:
Im Februar/März beginnt die Balz bei den Waldkäuzen. In dieser Zeit reagieren die Männchen besonders aggressiv auf männliche Artgenossen, so dass es auch zu Kämpfen kommen kann. Haben sich zwei Partner gefunden, so bleiben sie ein Leben lang zusammen. Nur in der Zeit nach Beendigung der Jugendaufzucht und der kommenden Balz gehen sie getrennte Wege. Das Weibchen legt durchschnittlich 3-5 Eier, die es bis zum Schlüpfen der Jungen nach 28 Tagen nur gelegentlich verlässt. In dieser Zeit wird es vom Männchen mitversorgt. Sind die Jungen geschlüpft, so kümmert sich das Weibchen um die Jungen, während das Männchen für die Versorgung der Familie zuständig ist. Erst nach 15-20 Tagen, wenn die Jungen nicht mehr gehudert (warmgehalten) werden müssen, unterstützt die Mutter den Vater bei der Nahrungssuche. Die Jungen werden blind geboren; sie öffnen ihre Augen erst nach zehn Tagen. Nach ungefähr vier Wochen verlassen die Jungen erstmals das Nest. Sie werden dann als „Ästlinge” bezeichnet. Sie sind noch nicht flügge, denn das Fluggefieder erhalten sie erst nach sieben Wochen. Mit drei Monaten sind die Jungen völlig unabhängig von den Eltern und müssen deren Revier verlassen.

Mehr zum Waldkauz finden Sie auf www.strixaluco.ch

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