Der Uhu (Bubo bubo L.)

auch Schuhu, Berg-, Adler-, Steineule oder Auf genannt.
Der Name kommt von seinem Gesang („u-hu”).

Verbreitung:
Der Uhu ist in Nordafrika und Eurasien ostwärts bis an den Pazifik und südwärts bis Indien und Südchina heimisch. Bis zum 19. Jahrhundert war der Uhu auch in ganz Deutschland anzutreffen, doch Jagd, Lebensraumzerstörung, Unfälle an Drahtleitungen und Störungen an den Horstplätzen führten fast bis zur Ausrottung. Durch Wiedereinbürgerungsaktionen im 20. Jahrhundert, vor allem in den Alpen und Mittelgebirgen besiedelte der Uhu wieder ursprüngliche Verbreitungsgebiete, wenn auch nur mit wenigen Exemplaren. Heute ist der Uhu in fast allen Bundesländern wieder anzutreffen, selbst im Stadtstaat Hamburg!

Erscheinungsbild:
Der Uhu ist die größte europäische Eulenart. Mit einer Körpergröße von bis zu 75 cm erreicht er ein Gewicht von knapp 3 kg und eine beachtliche Flügelspannweite bis zu 180 cm. Das Weibchen ist in der Regel größer als das Männchen. Bei seinem Gefieder sind ocker und rostbraune Farbtöne vorherrschend. Deutlich zu erkennen sind auch seine großen Federohren und die feuergelbe bis orange-rot gefärbte Iris der Augen. Die Ständer (Beine) sind bis zu den Zehen befiedert, die Krallen stark gekrümmt und sehr scharf. Zwei der Zehen sind immer nach vorne gerichtet und, wie bei anderen Eulenarten auch, die dritte nach hinten.

Sinne:
Das Sehvermögen des Uhus ist nachts wie auch am Tage sehr gut. Die Augen des Uhus sind wie bei allen Eulen starr nach vorne gerichtet. Dadurch ist das Gesichtsfeld, d.h. der Raum, der ohne Kopf- oder Augenbewegung gesehen werden kann, relativ klein. Dies wird aber durch den beweglichen Kopf ausgeglichen, der um 270 Grad drehbar ist. So kann der Uhu über die rechte Schulter schauen, wenn er den Kopf nach links dreht.
Das Gehör ist für die nachtjagenden Eulen das wichtigste Sinnesorgan. Sie können nicht nur die Richtung, sondern auch die Entfernung der leisesten Geräusche wahrnehmen.

Lebensweise:
Der Uhu ist ein Standvogel und bewohnt reich strukturierte Landschaften. Meist ist er in großen zusammenhängenden Wäldern mit Flussläufen, Schluchten und Felswänden anzutreffen. Aber auch Offenlandschaften wie z.B. Steinbrüche werden von ihm besiedelt, ebenso wie Ortschaften, diese aber eher selten.
Der Uhu ist sehr scheu, lebt als Einzelgänger und hält sich tagsüber regungslos in möglichst geschützten und unzugänglichen Örtlichkeiten wie hohen Bäumen und Felsspalten auf. Wenn er am Tag auftritt wird er von Raben, Krähen, Greif- und Kleinvögeln attackiert. Die Beutejagd erfolgt in der Dämmerung und nachts. Er jagt entweder von einer Warte (Baum, Pfahl etc.) aus oder lautlos im niedrigen Suchflug. Die Nahrung besteht aus Mäusen, Ratten, Rehkitzen, Vögeln, Fasanen, Hasen und Kaninchen. Die unverdaulichen Reste wie z.B. Knochen, Haare, Federn werden im Magen zu rundlichen, filzigen Ballen zusammengepresst und wieder ausgewürgt. Sie werden als Gewölle bezeichnet.

Die Balzzeit der Uhus ist im März/April. Als Horst (Nest) werden häufig Felsspalten, verlassene Greifenhorste, Baumhöhlen und sogar Hochsitze in Anspruch genommen. Meist genügt auch schon eine einfache Mulde auf dem Boden.
Das Gelege besteht meist aus zwei bis drei, selten vier weißen Eiern aus denen nach rund fünf Wochen die Jungen schlüpfen. Die Jungtiere werden nur von der Mutter versorgt. Nach 5-7 Wochen werden die Kleinen flügge, können nach neun Wochen gut fliegen und sind mit 20 Wochen selbstständig.

Gefährdung:
Als natürliche Feinde der nicht voll flugfähigen Jungvögel, treten vereinzelt Dachs, Marder und Fuchs in Erscheinung. Ausgewachsene Uhus haben keine tierischen Feinde.

Große Gefahren stellen Stromleitungen und der Verkehr dar (zusammen über 70 % der Todesursachen). Störungen am Brutplatz führen oft zu einem Verlassen und schließlich zur Aufgabe des Geleges.

Schutzmaßnahmen:
Entscheidend für den Schutz der Großeule sind Maßnahmen zur Sicherung ihrer Lebensräume und ihrer Brutplätze. Durch Absprache mit Forstämtern, Jägern und Waldbesitzern können z.B. die nötigen Abstände vom Uhuhorst während der Balz im Frühjahr und zur Brutzeit gewahrt werden.

 
Literatur:

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Erlbeck; Haseder; Stinglwagner
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart
ISBN 3-440-07511-7

Linktipp: Strom wechseln – Nuon

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