Der Steinadler (Aquila chrysaetos)

Der Steinadler (Aquila chrysaetos) gehört zur Familie der Habichtartigen in der Ordnung der Greifvögel.

Vorkommen:
Der Steinadler kam früher in allen Gebirgen und Wäldern des eurasischen und nordamerikanischen Kontinents vor. Heute ist sein Verbreitungsgebiet durch die Ausbreitung des Menschen und die damit verbundene Zerstörung des Lebensraums stark eingeschränkt. In Deutschland ist er nur noch in den bayerischen Alpen und dem südlichen Schwarzwald vorzufinden. Seine Scheu vor Menschen hat ihn allgemein in felsige Gebirge und Waldränder zurückgedrängt.

Erscheinungsbild:
Der Steinadler besitzt ein goldbraunes Gefieder und einen geraden Schnabel, der in einem Haken endet. Er erreicht eine Länge von 77 bis 95 cm, eine Flügelspannweite von 200-230 cm und ein Gewicht von 3,5 bis 4,5 kg. Das Weibchen ist grundsätzlich größer als das Männchen. Die Jungtiere besitzen in den Flügeln weiße Felder und haben einen weißen Schwanz mit schwarzer Endbinde. Die Schwänze der alten Tiere sind braun mit unwesentlich helleren Bändern.

Steinadler

Sinne:
Die sprichwörtlichen „Adleraugen” sind das wichtigste Sinnesorgan des Steinadlers. Mit ihnen kann er aus mehreren hundert Metern Höhe selbst kleinste Beutetiere, z.B. Mäuse, erkennen.

Lebensweise:
Der Steinadler ist ein tagaktiver Raubvogel. Er ernährt sich von kleinen bis mittelgroßen Säugetieren und kann Beute von bis zu 15 kg reißen. Er ist ein Überraschungsjäger, was bedeutet, dass er sein ca. 150 km2 großes Revier in einer Höhe von mehreren hundert Metern umkreist, bis er ein Beutetier erspäht hat. Dann fliegt er im plötzlichen Sturzflug auf das Tier zu. In seinem Revier duldet er außer seinem Partner keine Artgenossen, ist also ein Einzelgänger.

Fortpflanzung:
Die Balzzeit beginnt beim Steinadler im Januar. Die Brutzeit dauert ca. 6 Wochen und findet nur einmal im Jahr, zwischen Februar und Juni, statt. Die Paare bleiben zeitlebens zusammen. Pro Jahr schlüpfen nur 1-3 Junge, von denen in der Regel nur eines überlebt. Die Nestzeit dauert etwa 80 Tage. In dieser Zeit teilen sich Männchen und Weibchen die Aufgabe der Jagd, Fütterung und Nestverteidigung. Nach ungefähr drei Monaten sind die Jungtiere voll befiedert und unternehmen erste Ausflüge.

Autor:
Stefan Härtel

 
Literatur:

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Reinhold Erlbeck
Ilse E. Haseder
Gerhard K.F. Stinglwagner
Kosmos Verlag Stuttgart, 1998
ISBN 3-440-07511-7

http://www.steinadler.com

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