Der Luchs ist zurück in Hessen

Nachdem der Luchs (Lynx lynx) in Deutschland als ausgestorben galt, häufen sich seit Mitte der 80-er Jahre sog. “Luchsbeobachtungen” die bis heute jährlich 76 Beobachtungen erreicht haben. Die bisherigen Sichtungen lassen die Vermutung zu, dass in Hessen eine Wiederbesiedlung durch Luchse begonnen hat.

Eine stabile Luchspopulation kann noch nicht festgestellt werden, solange die Zuwanderungswege noch völlig ungeklärt sind. Vorrangig ist zunächst, dass eine belastbare Datengrundlage erstellt wird, die den Anforderungen der FFH – Richtlinie hinsichtlich des Monitoring genügt. Die letzte Beobachtung von Luchsen kommt aus dem Rhein-Taunus-Kreis. In der Nähe von Hohenstein überquerte im November 2007 eine Luchsin (Fähe) mit zwei halbwüchsigen Jungtieren die Bundesstraße 54. Die Sichtung erfolgte aus zwei Meter Entfernung im vollen Scheinwerferlicht eines Fahrzeugs.
Luchs mit Jungen
Der Luchs erreicht ein Körpergewicht zwischen 15 und 30 kg, ist das größte katzenartige Säugetier Mitteleuropas, ernährt sich ausschließlich tierisch, von Insekten bis zu großen, pflanzenfressenden Säugetieren. Rehwild gehört zu seinem normalen Beutespektrum. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt zwischen 0,5 kg bis 1,5 kg Fleisch. Luchse unterliegen dem Jagdrecht, sind ganzjährig von der Jagd zu verschonen und sind auch nach den Anhängen II und IV der FFH – Richtlinie geschützt.

Im Mai 2004 wurde auf Initiative des ökologischen Jagdvereins Hessen und des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) Hessen eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, der sich auch die Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft in Hessen (ANW), der Bund Deutscher Forstleute (BDF), die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), der Naturschutzbund Hessen (NABU) und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Hessen (SDW) anschlossen. Die Arbeitsgemeinschaft steht in engem Kontakt mit dem Luchs-Hegering Vogelsberg, dem Forschungsinstitut Senckenberg, dem Landesjagdverband Hessen, Hessen-Forst und dem Hessischen Umweltministerium.

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